Guten Morgen  🙂

Gerade als ich diesen Beitrag schreibe, dröhnt „Unter meiner Haut“ durch die Lautsprecher meines Rechners, meine Haarfärbung + Nagellack + ziehen ein und ich genieße die (innere) Ruhe. Endlich ist es geschafft: 6 Wochen Sommerferien sind vorbei und das Kind ist in der Schule. Nicht falsch verstehen: Ich liebe mein Kind. Aber jeder der schon mal versucht hat intensiv zu arbeiten, wenn ein kleiner Knirps nebenher wuselt, wird mich wohl verstehen. Es ist möglich ohne Frage.

  1. Aber es ist stressig für einen selbst.
  2. Es stresst das Kind, wenn es alt genug ist zu begreifen, was um sich herum passiert.
  3. Es stresst den Partner, der auswärts arbeitet.

Vor allem die ersten zwei Wochen waren ein Graus, als ich versuchte meinen gewohnten Aufgaben nachzugehen und den Kleinen zu bespaßen. Daher kam auch relativ schnell der Punkt, an dem ich so genervt und müde war, dass ich wirklich darüber nachdachte, ihn doch in den Hort zu bringen. Aber einerseits hatte ich vor einigen Wochen entschlossen, dass er die Sommerferien daheim verbringen könnte und andererseits hatte er sich die Ferien wahrlich verdient.

Auch wenn unsere Gesellschaft es nicht so anerkennt: Schule (und Kindergarten) sind auch Stress für Kinder – die vielen neuen Einflüsse, Informationen und Reize müssen schließlich auch erst mal verarbeitet werden.

Da Umentscheiden für mich daher nicht infrage kam, mussten Lösungen her, mit der alle leben konnten. Was mir bzw. uns letztlich geholfen hat, möchte ich dir im Folgenden berichten.

Tipp 1: Akzeptiere die Situation.

Wenn ich mich mit Eltern unterhalte, die in ähnlichen Situationen sind, ist die Quintessenz meist folgendermaßen:

  • Sie versuchen auf Biegen und Brechen dasselbe zu schaffen.
  • Der Erfolg ist meist nur bedingt und so ärgern sie sich darüber, das einfach nicht alles hinzubekommen.
  • Im schlimmsten Fall sind sie zum Schluss nicht nur wütend auf sich, sondern auch noch auf ihre Kinder.

Aber: Im Schnitt benötigst du acht Minuten um nach einer Unterbrechung der Arbeit, wieder den Grad der Konzentration und Kreativität zu erreichen – es ist also relativ utopisch zu denken, dass die Arbeit mit Kind genauso effektiv ist.

Die Computerwissenschaftlerin Gloria Mark von der University of California führte bereits 2004 eine Studie zur effektiven Arbeitszeit durch. Hierzu untersuchte sie die Arbeitsgewohnheiten in rund 700 Arbeitsstunden von sieben Managern, acht Programmierern und neun Analysten einer kalifornischen Hightech-Firma. Dabei stellte sich heraus, dass die Mitarbeiter im Durchschnitt elf Minuten am Stück arbeiten können. Zugegeben, elf klingt gar nicht so schlecht – aber die Mitarbeiter benötigten eben auch rund acht Minuten um überhaupt wieder an den letzten Gedanken anzuknüpfen.

Stell dich daher zunächst gedanklich auf die neue Herausforderung ein und versuche bestmöglich damit umzugehen. Es ist weder deine Schuld, noch bis du ein Versager/ eine Versagerin. Genauso wenig ist es natürlich die Schuld deines Kind, denn es hat einfach Bedürfnisse, was völlig normal ist – und du kannst dich einfach nicht zerteilen. Und mit ein wenig Geduld werdet ihr diese Situation mit Bravur meistern. 🙂

Tipp 2: Schließt Kompromisse

Je nach dem, wie alt dein Kind ist, empfiehlt sich ein Kompromiss. Viele Eltern unterschätzen dabei leider, wie verständig ihre Kinder eigentlich schon sind und ziehen aus der Annahme heraus, sie müssten ihr Kind rund um die Uhr bespaßen, die falschen Konsequenzen.

Richtig ist jedoch, dass Kinder bereits ab einem Alter von drei Jahren sogenannte „Wenn-dann-Sätze“ verstehen. Wenn z. B. eine gewisse Zeit abgelaufen ist oder etwas Bestimmtes erledigt, dann ist Zeit für das Kind.

Ich persönlich arbeite nach der Pomodoro-Technik und mein Sohnemann weiß, wenn die Eieruhr klingelt, mache ich Pause und ich kann kurz mit ihm spielen. Aber während die Eieruhr tickt, muss er sich selbst beschäftigen.

Natürlich ist die Zeit altersabhängig, aber es ist wichtig, dass du dich von dem Gedanken befreist, der 24 Stunden Animateur für deinen Knirps zu sein. Ich weiß das klingt hart, doch es ist für Kinder wichtig, sich auch mal alleine zu beschäftigen. Für dein Kind muss der Zeitrahmen jedoch vor allem zu Beginn absehbar bzw. anschaulich dargestellt sein. Du wirst sehen, mit etwas Übung habt ihr so beide viel mehr Ruhe und Freude.

Wenn du dir Sorgen machst, dass dein Sprössling allein im Kinderzimmer Unheil anrichtet, lass ihn einfach in deiner Nähe spielen, sofern das von der Lautstärke her möglich ist. So hat dein Kind die Sicherheit und Geborgenheit, die es braucht um zu lernen alleine zu spielen und du die Gewissheit, dass die Wohnung nach der Arbeit noch steht. 😉 Weitere Tipps dazu findest du auf der Webseite „Baby und Familie„.

Tipp 3: Gut geplant ist halb gearbeitet

Auch wenn du vielleicht eher zum chaotischen Persönlichkeitstyp tendierst, ist es wichtig, Deadlines und Termine genau im Blick zu behalten, damit unnötiger Druck fern bleibt. Nutze deshalb beispielsweise Sonntag Abend oder Montag früh einige Minuten, um die Woche schon mal grob vorzuplanen. Schiebe Aufgaben, die nicht zwingend erledigt werden müssen und priorisiere jene, die auf jeden Fall abgehakt werden müssen. So weißt du vorab schon, wann es eng wird und kannst Stress entgegenwirken.

Diese Planung solltest du jeden Tag vor Arbeitsbeginn erneut überprüfen und den jeweiligen Tag noch mal durchstrukturieren. Zwar nicht minutengenau, aber auf jeden Fall so, dass du weißt, wie du deine Arbeitszeiten gut mit dem Tagesablauf deines Sprösslings kombinieren kannst.

Tipp 4: Nimm dir nicht zu viel vor

Auch wenn es so wirkt – die Sommerferien kommen nicht so überraschend, wie es scheint. Plane daher schon bei Annahme von Aufträgen, ob du genug freie Kapazitäten in der Zeit hast. Das klingt vielleicht erst mal nach Einnahmeneinbußen, aber das Geld kannst du vor oder nach den Ferien einarbeiten. Du kannst in den Sommerferien mit Kind im Home Office natürlich auch durchpowern, aber dann ist das Risiko hoch, dass du nach den Ferien einen kurzen Urlaub brauchst – und noch weniger verdienst. :/

Sofern es möglich ist, kannst du auch Aufträge annehmen und Teilaufgaben outsourcen, um Zeit und Nerven zu sparen. So schmälerst du zwar deinen Gewinn, hast dafür aber keinen Auftraggeber verprellt. 🙂

Tipp 5: Organisiere Spielnachmittage außer Haus

Sofern möglich und dein Kind schon alt genug ist, frag doch die Eltern von Freunden deines Sprösslings, ob die Kinder mal zusammenspielen können. So hast du zwar an einem Tag mal zwei (oder mehr) Kinder daheim, dafür aber an einem anderen Tag einige Stunden frei, weil dein Kind außer Haus ist. Von diesen Abmachungen haben alle Beteiligten etwas:

  1. jedes Elternteil freut sich mal über einige Stunden Verschnaufpause und
  2. die Kids sind happy, weil sie spielen können.

Alternativ kannst du auch mit deinem Partner/ deiner Partnerin, Großeltern etc. Zeiten ausmachen, in denen sie mal mit deinem Knirps spazieren gehen und du konzentriert Aufgaben abarbeiten kannst. Ich weiß aber wie schwer es ist, wenn alle arbeiten und man nicht in den Genuss solcher Vorteile kommt.


Mein persönliches Fazit:

Ob der Kleine in den nächsten Sommerferien wieder zuhause sein wird? Ja! Aber vorher lese ich noch mal dieses Post und bemühe mich, meine eigenen Ratschläge einzuhalten. 😉

Nun bin ich aber gespannt auf deine Meinung. Hast du noch weitere Tipps? Wie regelst du die Kombination aus Ferien oder Schließzeiten und Home Office? Dann hinterlasse mir bitte einen Kommentar – ich freue mich schon auf deine Nachricht!

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