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Tipps für Ausbildereignungsprüfung

AdA Unterweisung Muster – darf ich Vorlagen einfach verwenden?

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Katja Schönefeld, Dozentin und Ausbilderin

Letzte Aktualisierung am Apr 19, 2018 | Erstellt am Nov 2, 2017

Holla 🙂

Vor einigen Tagen ging mein letzter Vorbereitungskurs für die Ausbildereignungsprüfung für dieses Jahr zu Ende. Bestandteil des Seminars war nicht nur die Vermittlung der Inhalte, sondern auch die Vorbereitung auf die praktische AdA Prüfung – samt dem schriftlichen Entwurf, den viele IHK und HWK fordern.

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Mir ist bewusst, dass die rechtliche Lage rund um die schriftlichen Entwürfe für das Ablegen der Ausbildereignungsprüfung ohnehin umstritten ist – das soll aber nicht Gegenstand dieses Artikels sein. 🙂

Wie so oft kam das Gespräch hierbei auch auf die Nutzung von Vorlagen. Seien es Muster für den schriftlichen Unterweisungsentwurf aus dem Internet, von Kollegen oder Freunden – denn natürlich stellen sich viele Prüflinge folgende Fragen:

  • Welches Thema hatten andere werdende Ausbilder in meiner Branche?
  • Wie haben sie das Ganze didaktisch umgesetzt?
  • Warum sollte ich mich nicht davon inspirieren lassen?

Soweit ist das alles auch legitim. Wenn das Wörtchen “Aber” nicht wäre.

AdA Unterweisung Muster – Abschreiben ist ein No-Go

Solange man sich wirklich nur thematisch und inhaltlich inspirieren lässt – den Planungsentwurf für die praktische Durchführung oder Präsentation aber selbst schreibt, ist das alles völlig im Rahmen. Was aber sowohl moralisch als auch rechtlich ein No-Go ist, ist abschreiben oder weitgehend kopieren.

Mir ist bewusst, dass das Nahe liegt, schließlich ist es in Zeiten des Internets so herrlich einfach geworden. Google auf -> Thema aussuchen -> Öffnen/ Runterladen -> Abtippen. Aber ganz ehrlich? Es ist auf fünferlei Art … scheiße.

Vielleicht denkst du jetzt, dass sich auf der Internetseite einer Dozentin keine Fäkalwörter finden sollten, aber Kopieren oder Abschreiben ist einfach scheiße. Punkt. Was sagt es über einen Menschen und dessen Fähigkeit, junge Menschen auf ihrem Weg in das Leben zu begleiten aus, wenn man schon vor dem Beginn seiner Ausbildertätigkeit betrügt?

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Ich höre hin und wieder Argumente wie „Politiker betrügen doch auch!“ oder „In der Praxis würde man so ein Gewese vor einer Unterweisung eh nicht machen!“ – Mag sein. Aber sind das Entschuldigungen? Zum einen für unzureichend geplante Ausbildung und zum anderen dafür, das geistige Eigentum anderer für den eigenen Erfolg zu nutzen?

Du unterschreibst dafür, dass du deine AdA Unterweisung selbst geplant und geschrieben hast. Zugegeben, es ist in der Regel kein Verstoß gegen § 156, 158 & 161 Strafgesetzbuch (StGB). Aber man gibt damit ein Versprechen ab, indem die Ehrenwörtliche- bzw. Selbstständigkeitserklärung auf den meisten Deckblättern der IHK oder HWK unterschrieben wird. Wenn also an dieser Stelle ein Ehrenwort schon keinen Wert mehr hat … Ach lassen wir das. Du weißt was ich sagen möchte. 😉

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Auch wenn das Durchschnittsalter der Prüfer relativ hoch ist: sie sind nicht dumm. Die prüfenden Stellen behalten im Normalfall mindestens ein Exemplar jedes Unterweisungsentwurfs ein und archivieren diesen. Inzwischen (je nach Modernität) der Kammer sogar digital. Daher ist es ein leichtes, Plagiate ausfindig zu machen.

Möchte man wirklich mit der Ungewissheit in die Prüfung gehen, ob die Prüfer wissen, dass man zu tief in einen fremden Entwurf geschaut hat? Auch wenn die Ausbildereignungsverordnung (AEVO) eine Bewertung des schriftlichen Planungsentwurf nicht vorsieht: es gibt genug andere Möglichkeiten jemanden durchfallen zu lassen. Besonders beliebt sind total unsinnige Fragen im Fachgespräch, auf die es nicht mal eine eindeutige Antwort gibt – ein Kinderspiel kurzgesagt.

Man läuft Gefahr, Fehler abzuschreiben und praktisch umzusetzen, die einem im Fachgespräch das Genick brechen. Denn: wenn man Unfug während der praktischen Durchführung macht oder während der Präsentation erzählt, kann man natürlich darauf von den Prüfern angesprochen werden und das wiederum darf auch in die Bewertung mit einfließen. Wenn ich mir so manchen Entwurf von fremden Prüflingen ansehe, wird mir bei der Adressatenanalyse und didaktischen Vorgehensweise ganz übel – ein Laie hingegen kann im Normalfall gar nicht richtig einschätzen, wie hochwertig ein Muster für die AdA Unterweisung im Rahmen der Ausbildereignungsprüfung überhaupt ist.

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Sollte man einen Entwurf nicht bei jemandem anders abkupfern, sondern ihn von einem Dritten schreiben lassen, macht es das übrigens nicht besser. In diesem Fall läuft man sogar nicht nur Gefahr, dass da irgendwelcher Mist drin steht, sondern man vielleicht nicht mal richtig weiß, was drin steht. Da Prüfer oft mit seichten Fragen zum Entwurf starten, katapultiert man sdich schlimmstenfalls direkt selbst ins Aus.

Hier findest du übrigens mehr darüber, worauf Prüfer im praktischen Teil der Ausbildereignungsprüfung achten.

AdA Unterweisung Muster – Kurzfassung: Was geht und was nicht?

Total legitim und empfehlenswert

  • sich bei anderen Prüflingen thematisch inspirieren zu lassen
  • Entwürfe anderer einsehen, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie das Ganze auszusehen hat
  • selbst schreiben und zusammenstellen

Brisant und nicht empfehlenswert

Entwürfe anderer Prüflinge (egal ob Fremde, Bekannte oder Freunde) weitgehend oder gänzlich

  • zu kopieren
  • abzuschreiben

Woah, entschuldige bitte, dass ich mich gerade so in Rage geschrieben habe. Ich hoffe allerdings, dich mit meinen Zeilen davon überzeugt zu haben, dass sich der Aufwand für den Planungsentwurf lohnt.

Liebe Grüße,

Katja

Katja Schönefeld
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