Wie ist das eigentlich ... bis wann ist man ein Kind? Und ab wann jugendlich?

Huhu 🙂

Der gestrige Kindertag am 1. Juni inspirierte mich zu meinem neuen Artikel in der Kategorie „Wie ist das eigentlich …?“ – mit der Frage:

Bis wann ist man ein Kind? Oder auch: Ab wann ist man jugendlich?

Für das Arbeitsleben gibt § 2 des Jugendarbeitsschutzgesetzes darauf Antwort:

  • Ein Kind ist man, wenn man noch nicht 15 Jahre alt ist.
  • Ein Jugendlicher ist, wer noch nicht 18 Jahre alt ist.

Im Alltag werden diese Jahresangaben allerdings immer wieder mit entwicklungsbiologischen Kategorisierungen sowie der Geschäftsfähigkeit und Strafmündigkeit durcheinander geworfen. Daher möchte ich dir im Folgenden einen kurzen Überblick verschaffen

Betrachtungsweise Hinweise
Entwicklungsbiologisch Aus diesem Blickwinkel gibt es nicht DEN Tag oder DAS Jahr, in dem die Pubertät beginnt, doch Fakt ist, dass die Pubertät immer eher beginnt. Je nach Literatur setzen die einzelnen Phasen im Alter von

  • ca. 10 bis 13 Jahre (Vorpubertät bzw. Frühe Adoleszenz)
  • ca. 14 bis 16 Jahre (Pubertät bzw. Mittlere Adoleszenz)
  • ca. 17 bis 21 Jahre (Nachpubertät bzw. Späte Adoleszenz)

Das sind aber nur ungefähre Zeiträume und die Entwicklung jedes jungen Menschen ist völlig unterschiedlich.

Geschäftsfähigkeit Bei der Geschäftsfähigkeit in Deutschland unterscheid das Gesetz drei Altergruppen:

  • Kinder unter 7 = geschäftsunfähig1
  • Minderjährige ab 7 = beschränkt geschäftsfähig2
  • Volljährige ab 18 = uneingeschränkt geschäftsfähig3

Eine Ausnahme hiervon stellen Menschen dar, die dauerhaft aufgrund von krankhaften Störung der Geistestätigkeit nicht geschäftsfähig sind. Für sie gelten ähnliche Regeln wie für Kinder.

Strafmündigkeit Im Sinne des Strafrechts sind Kinder strafunfähig, wenn sie beim Begehen der Tat noch nicht 14 sind.4 Darüber hinaus unterscheidet das Jugendgerichtsgesetz,

  • Jugendliche (14 bis 17 Jahre) und
  • Heranwachsende (18 bis 21 Jahre)5.

Sie sind nur bedingt straffähig, falls ihnen nachgewiesen werden kann, dass ihre geistige und sittliche Entwicklung so weit fortgeschritten ist, dass sie das Unrecht ihrer Tat einsehen und „nach dieser Einsicht handeln“6.

Sollte die nötige Reife noch nicht eingetreten sein, sind Richter befugt andere Maßnahmen anzuordnen.

Noch ein paar weitere spannende Fakten

  • Ab 12 sind junge Menschen eingeschränkt Religionsmündig, d. h. sie dürfen nicht mehr gegen ihren Willen im Sinne einer Religion erzogen werden.
  • Ab 14 gilt eine volle Religionsmündigkeit7
  • Falls die Vollzeitschulpflicht erfüllt ist, dürfen Kinder 7 Stunden am Tag bzw. 35 Stunden pro Woche arbeiten8
  • Ab 15 dürfen Sie 8 Stunden am Tag bzw. 40 Stunden pro Woche arbeiten9
  • Ab dem 16. Geburtstag dürfen Jugendliche ein Testament errichten – auch ohne Zustimmung der Eltern.10
  • Ab dem selben Tag dürfen sie in eingien Bundesländern an Wahlen teilnehmen und
  • sind berechtigt, die Fahrerlaubnis A1 und AM abzulegen11.

 

Fußnoten

  1. Quelle: § 104 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB)
  2. Quelle: § 106 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) f
  3. Quelle: § 2 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) f
  4. Quelle: § 19 Strafgesetzbuch
  5. Quelle: § 1 Jugendgerichtsgesetz
  6. Quelle: § 3 Jugendgerichtsgesetz
  7. Quelle: Beide Fakten: § 5 Gesetz über die religiöse Kindererziehung
  8. Quelle: § 7 Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG)
  9. Quelle: § 8 Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG)
  10. Quelle: § 2292 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB)
  11. Quelle: Bussgeldkatalog

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