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Corona – wichtige Erkenntnisse für uns Dozenten

Beitragsbild: Corona - wichtige Erkenntnisse für uns Dozenten

Der Höhepunkt der ersten Corona-Welle liegt inzwischen hinter uns. Zeit für ein kleines Fazit. Wie hat sich Corona für uns Dozenten ausgewirkt?

Learning #1: Nichts ist sicher

Zugegeben, das klingt etwas dramatisch. Aber mal ganz ehrlich: Konntest du dir vorstellen, dass mal alle Bildungsträger geschlossen werden und deine gebuchten Stunden für die nächsten Monate innerhalb weniger Stunden storniert werden? Das war immer mein persönlicher Albtraum – aber ich wollte nie wahrhaben, dass das wirklich auf uns zukommen kann.

Selbst als am 13. März 2020 die Schulen in Sachsen-Anhalt geschlossen wurden, sagte ich noch zu meinem Mann “Puh, gut, dass wir schon fast nur noch Online-Kurse geben.” Aber auch die Bildungsträger, die vorrangig online via E-Learning arbeiten verzeichneten einige Wochen später starke Einbrüche.

Warum
Weil auch die Arbeits- und Jobcenter für Besucherverkehr geschlossen wurden und damit kaum noch Bildungsgutscheine ausgegeben wurden. In dem Moment wurde mir bewusst, wie abhängig diese Konstellation voneinander ist. Und wie schnell sie ins Wanken geraten kann.

Deutlich schlimmer hat es aber viele meiner Kollegen getroffen, die offline bzw. in Präsenz arbeiten und deren Stundenplan von heute auf morgen geleert wurde. Denn mit den Schulschließungen wurde auch in weiten Teilen Deutschlands die Erwachsenenbildung auf Eis gelegt. Und damit waren plötzlich unzählige Existenzen in Gefahr. 😢

Was wir daraus lernen müssen
Wir dürfen uns als Dozenten nicht mehr in diese Hunger-Kette eingliedern. Arbeitsamt/ Jobcenter -> Bildungsträger -> wir. Das sind einfach zu viele Variablen, von denen wir abhängig sind. Denn Corona hat gezeigt: Nichts ist von Dauer! Nicht mal unsere Buchungen. Ich bin seit 2011 als Dozentin tätig und kann mich weder an eine vergleichbare Situation erinnern, noch das Kollegen die Frage “Was, wenn es mal keine Kurse mehr gibt?” in den Raum stellten. Selbst wenn ich das ansprach, wurde abgewunken. Keine Kurse? Unvorstellbar!

Learning #2: Unbedingt Rücklagen bilden

Keine Kurse bedeuten kein Geld. Mieten, Nahrungsmittel und andere Fixkosten müssen dennoch bezahlt werden. Viele Lehrkräfte in der Erwachsenenbildung leben schon unter normalen Umständen am Existenz-Minimum, weil die Bezahlung vieler Bildungsträger einfach unterirdisch ist. Aber durch Corona brachen die Einnahmen dann völlig ein – was bei vielen zu schlaflosen Nächten voller Existenzangst führte.

Auch bei uns. Denn wir haben zwar eigene Online-Kurse und andere Einnahmequellen, aber das Haupteinkommen stammt immer noch aus Kursen für Bildungsträger.

Während das Wort “Rücklagen” vor Corona wahrscheinlich noch ziemlich unsexy erschien, wurde es nun unsanft in den Fokus gesetzt. Doch das Problem: Mit Arbeit für Bildungsträger lassen sich kaum bis keine Rücklagen bilden – denn wenn man grob rechnet, dass von den 20 bis 30 Euro Stundensatz mindestens die Hälfte für Steuern und Versicherungen draufgeht, bleibt am Ende kaum etwas zum Leben, geschweige denn zum Sparen übrig.

❗️Du kannst dir wahrscheinlich schon denken, was jetzt kommt: Ja, wir müssen uns freimachen von Niedrig-Lohn-Bildungsträgern, die uns ausbeuten. Bildung hat einen hohen Wert für die Gesellschaft. Und Menschen, die Bildung vermitteln, haben Anerkennung und Respekt verdient.

Ein niedriger Stundensatz hat übrigens für beide Seiten gravierende Nachteile: 🧐

  1. Wir verdienen so wenig, dass 40 Unterrichtseinheiten pro Woche oft gar nicht ausreichen. Das bedeutet nicht nur, dass viele Dozenten müde, überarbeitet und unkonzentriert sind, sondern das vielen auch die Zeit für Weiterbildung fehlt.
  2. Oben im Text erwähnte ich 20 bis 30 Euro Stundensatz. Es gibt aber auch immer noch Träger, die noch weniger zahlen (unter dem Deckmantel, weil sie sonst selbst nichts verdienen würden …). Aber mal ehrlich. Wer arbeitet denn für 15 Euro Brutto als Selbstständiger? Es sind oftmals Neulinge, die noch nicht wissen, dass man irgendwo mehr verdienen kann. Oder Rentner, die sich noch etwas im Alter dazu verdienen möchten. Hochwertige Erwachsenenbildung braucht allerdings fachlich sehr gut ausgebildete Dozenten mit Erfahrung, die auf dem neusten Wissensstand sind. Und die wollen eben auch vernünftiges Geld verdienen! Wenn Bildungsträger sich gegenseitig bei den Stundenlöhnen unterbieten, bekommen sie einfach entsprechend auch niedrige Qualität.

Learning #3: Wir haben keine starke Lobby

Hast du mal “Dozent+Corona” gegoogelt? Da werden natürlich ein paar Artikel dazu eingeblendet, wie schlimm die Situation für Dozenten ist. Aber viel mehr auch nicht. Das Thema Erwachsenenbildung hatte im Rahmen der Corona-Debatten einfach überhaupt keinen Raum.

Woran das liegt? Ich glaube, wir Dozenten sind zu leise. Zu nett. Zu geduldig. Zu genügsam. Andere Branchen (z. B. die Automobil-Industrie) kann gar nicht laut genug jammern und findet dadurch natürlich Gehör. Aber wir Dozenten? Wir harren der Dinge und warten.

Und leider fehlen uns auch laute Fürsprecher in der Politik. Es gibt zwar Lehrerverbände, die sich auch für Lehrkräfte in der Erwachsenenbildung einsetzen – aber ihr Fokus liegt eben auf Lehrern. Wichtiger wäre, wenn Politiker mit Einfluss selbst erkennen würden, wie wichtig Dozenten für unsere Gesellschaft sind. 😞

Learning #4: Wir brauchen einen Plan B

Wie mehrfach bereits erwähnt, beinhaltet die normale Auftragskette einfach zu viele Variablen. Corona hat gezeigt, dass es nicht nur ein Problem ist überhaupt Aufträge von Bildungsträgern zu bekommen, sondern auch das die wiederum Bildungsgutscheine vom Arbeitsamt/ Jobcenter bekommen. Da Corona noch eine ganze Weile Thema bleiben wird und wir nicht davor gefeit sind, dass die nächste Pandemie noch schlimmer wird, brauchen wir einen Plan B.

Fakt ist: Während Corona hatten viele Menschen Zeit sich fortzubilden. Vor allem Online-Marketer für Infoprodukte kamen vor Lachen kaum in den Schlaf, weil Ihre E-Books und Online-Kurse reißenden Absatz fanden.

Doch Fakt ist auch: Viele von uns Dozenten nutzen dieses Potenzial nicht. Schlimmer noch. Ich glaube viele wissen nicht mal, welche Möglichkeiten das Internet bietet.

Wenn ich Kollegen davon erzähle, dass ich meine eigene Kurs-Plattform zum Thema “Ausbildung der Ausbilder” habe, auf der meine Teilnehmer sich eigenständig auf die Ausbildereignungsprüfung vorbereiten können, ernte ich oft skeptische Blicke. “Damit kann man doch kein Geld verdienen!” Ähm doch. 😅

Das zweite Argument ist oft, dass sie keine Ahnung von diesem Thema hätten und es sicher mega schwer sei. Ist es nicht. Versprochen. Sonst könnte ich es schließlich auch nicht – und ich bin bei technischen Sachen wirklich kein Blitzmerker. 🤪

Meine Mission

Aus diesen Erkenntnissen heraus entstand Katja-Schoenefeld.de. Ich möchte hier mein Wissen und meine Erfahrungen teilen, um damit dir und allen anderen Dozenten einen Weg zu zeigen, wie sie das Hamsterrad der Bildungsträger verlassen und mit eigenen Kursen Geld verdienen können. ❤️

Mir wurde schon mehrmals die Frage gestellt, warum ich das überhaupt machen und nicht selbst alles Geld damit verdienen. Ganz einfach. Meine großen Steckenpferde sind Aus- und Weiterbildungspädagogik und E-Learning/ Online-Kurse. Ich persönlich liebe die Themen Psychologie, Recht, Online-Marketing, Persönlichkeitsentwicklung und Zeitmanagement. Anderen kräuseln sich bei diesen Themen die Fußnägel hoch – sie kennen sich mit anderen tollen Themen wunderbar aus, die ebenfalls enorm wichtig für unsere Gesellschaft sind.

Ich habe daher keine Angst vor Konkurrenz. Warum?

  • Ich weiß, dass ich richtig gut bin.
  • Und das es viele Kollegen gibt, die auch richtig gut sind.
  • Aber eben auch, dass es genug Teilnehmer für uns alle gibt. Denn wichtig sind nicht wir (diesen Egoismus müssen wir abschalten), sondern das die Teilnehmer in uns jemanden finden, von dem sie lernen möchten. Jeder Mensch bevorzugt eine andere Art von Dozent – und von daher muss ich keine Angst haben.

Selbst wenn es 10.000 Dozenten für die Fachgebiete Aus- und Weiterbildungspädagogik und E-Learning/ Online-Kurse gibt … nur ich bin, wie ich bin. Und meine Teilnehmer entscheiden sich für mich, weil sie meine Art eben mögen. 🥰

Hast du auch Bock auf Online-Kurse?

Falls du gerade (wenn auch vielleicht etwas zögerlich) nickst: Super! 😍 In meinem Blog findest du zahlreiche Artikel, in denen du dich über die verschiedensten Themen, wie

  • das Erstellen einer Webseite
  • das Planen und Umsetzen von Online-Kursen
  • Tipps für dein Online-Marketing
  • zahlreiche Zeitmanagement- und Produktivitätshacks
  • und

informieren kannst. Falls du Fragen hast, schreib mir gern oder hinterlasse hier einen Kommentar. Ich freu mich auf deine Nachricht. 🥰

Liebe Grüße

Liebe Grüße, Katja Schönefeld

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