Was sind eigentlich … die Kosten der Berufsausbildung – oder auch: Lohnt sich das?


Was sind eigentlich ... die Kosten der Berufsausbildung - oder auch: Lohnt sich das?

Falls du bereits in meinem Artikel über „Gute Gründe auszubilden“ gestöbert hast, weißt du bereits, wie sehr sich ausbilden für die Wirtschaft, Gesellschaft und natürlich auch junge Menschen lohnt. Trotzdem höre ich in Diskussionen immer Argumente wie „Ausbilden ist teuer“. Das mag sein, doch im Verlauf dieses Artikels wirst du feststellen, dass der Nutzen einfach noch viel größer ist.

Kosten der dualen Berufsausbildung: Wofür muss der Ausbildende zahlen und wofür nicht?

[alert style=“warning“]Die gute Nachricht: für den Besuch der Berufsschule sowie die dort benötigten Ausbildungsmittel bezahlt der Ausbildende nicht.[/alert]

Er trägt jedoch im Normalfall die vollen Kosten für die betriebliche Ausbildungszeit sowie eine (bei vielen Berufen im Handwerk erforderliche) überbetriebliche Ausbildung. Hin und wieder werden die Kosten auch anderweitig gedeckt, doch darauf sollte man sich als Betrieb nicht verlassen.

Im Folgenden findest du die wichtigsten Kostenfaktoren sowie einige Beispiele:

Kosten für den Ausbildenden Beispiele
Personalkosten
  • Lohn/ Gehalt des Ausbilder sowie der Ausbildungsbeauftragten
  • Ausbildungsvergütung (auch für Berufsschultage/ Berufsschulwochen!)
  • Sozialversicherungsbeiträge
  • freiwillige Sozialleistungen
Sachkosten
  • Ausbildungsmittel
  • Ausbildungsplatz
  • Werkzeuge
  • Arbeitsmaterialien
  • Prüfungsmittel
  • Arbeitsschutzbekleidung
Sonstige Kosten
  • Gebühren für Lehrgänge
  • Gebühren für Prüfungen
  • Gebühren für die Eintragung des Berufsausbildungsvertrages bzw. Berufsausbildungsverhältnisses
  • eventuell anfallende Fahrt-, Verpflegungs- und Übernachtungskosten für eine überbetriebliche Unterweisung oder Verbundausbildung
  • Ausbildungsbeiträge und ähnliche Sonderabgaben

 

[alert style=“danger“]Zusätzlich entstehen in einigen Handwerksberufen zusätzliche Kosten für zwischenbetriebliche Finanzierungsregelungen, bei denen jeder Betrieb in eine Ausbildungskostenausgleichskasse1 einzahlen muss, aber ebenso gefördert wird, wenn er ausbildet. [/alert]

Tarifvertragliche Finanzierungsregelungen

Darüber hinaus gibt es auch noch tarifvertragliche Finanzierungsregelungen, die beispielsweise in Berufen wie

  • Dachdecker
  • Steinmetz- und Steinbildhauer
  • Gleisbauer
  • Straßenbauer
  • Trockenbaumonteur
  • Brunnenbauer
  • Zimmerer
  • Stuckateur
  • Maurer
  • Betonbauer
  • Mosaikleger
  • Kälte- und Schallschutzisolierer
  • Kanalbauer
  • Rohrleitungsbauer

anfallen. Die Berechnung der Abgaben erfolg auf Basis der Brutto-Lohnsummen und wird beispielsweise für die Finanzierung der anteiligen Berufsausbildungsvergütung, Fahrtkosten, Internatsunterbringung im Rahmen der überbetrieblichen Unterweisung genutzt.

[alert style=“warning“]Die jeweils zuständige Stelle (z. B. Handwerkskammer oder Innung) kann hierfür einen Ausbildungsbeitrag erheben, der von allen Betrieben der Branche getragen wird – egal ob das Unternehmen ausbildet oder nicht. Auch hierfür erhalten ausbildungsrelevante Zielgruppen aber besondere Förderungen oder Darlehen, sofern sie dafür geeignet sind.[/alert]

Warum lohnt sich Ausbilden doch? Eine Kosten-Nutzen-Analyse

Natürlich kostet eine Berufsausbildung Geld – ohne Frage. Doch die zahlreichen Vorteile überwiegen schlichtweg:

  • Auszubildende beginnen bei einer handlungsorientierten Ausbildung bereit sehr früh Ertrag zu erwirtschaften.
  • Sie sind eine gute Unterstützung im Alltag – auch in Urlaubs- oder Krankenzeiten.
  • Die Wahrscheinlichkeit des Abwerbens von Auszubildenden ist relativ gering, da die jungen Menschen sich mehr mit dem Unternehmen identifizieren können und daran gebunden sind.
  • Dadurch sind die Fluktuationskosten verringert.
  • Die Auszubildenden sind je nach Dauer der jeweiligen Berufsausbildung 2 bis 3,5 Jahre im Unternehmen, wodurch normalerweise kein Personalwechsel entsteht.
  • Es fallen keine Kosten für eine Personalbeschaffung von extern ausgebildeten Fachkräften an.
  • Uudem müssen diese Fachkräfte auch nicht eingearbeitet oder zusätzlich qualifiziert werden, denn
  • das Unternehmen erhält nach der Berufsausbildung qualifizierte Fachkräfte die mit den Unternehmensabläufen vertraut sind und sofort einsatzfähig sind!
  • Dadurch sind diese Fachkräfte besonders flexibel einsetzbar
  • Daher ist das Risiko einer Fehlbesetzung der offenen Stellen äußerst gering.
  • Das Unternehmen kann den eigenen Fachkräftebedarf mit eigenen Auszubildenden langfristig sichern.
[alert style=“info“]

Zusammenfassung der behandelten Fragen zum Thema „Kosten der Berufsausbildung“ in diesem Artikel:

  • Kosten der dualen Berufsausbildung
  • Kosten-Nutzen-Analyse der dualen Berufsausbildung
[/alert]

Fußnoten

  1. Quelle: Ausbildungskostenausgleichskasse im Schornsteinfegerhandwerk (AKS): http://www.ausbildungskasse.de/; abgerufen am 22. Januar 2017

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