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Was sind eigentlich … Lerntypen? Und wie fördere ich das Lernen aktiv?

Was sind eigentlich ... Lerntypen? Und wie fördere ich das Lernen aktiv?

Jeder Mensch nimmt seine Umwelt mit seinen Sinnen wahr, das heißt, man

  • sieht,
  • hört,
  • riecht,
  • schmeckt und
  • ertastet

die Umwelt, was das Gehirn wiederum verarbeitet. Doch die Erfahrung zeigt, dass diese Sinneskanäle nicht bei allen Menschen gleich stark ausgebildet sind. Daher gibt es Menschen, die besonders gut über Zuhören lernen können, andere müssen Informationen als Bild, Zeichnung oder Grafik sehen, um sie sich gut einprägen zu können. Es gibt aber auch Andere, die etwas greifen, anfassen und ertasten müssen, um sich Sachverhalte zumerken.

Kurzum: Unsere Sinne sind bei jedem Menschen anders ausgebildet, wodurch wir unterschiedlich lernen.

Zwar können diese Sinne und das Lernen unseres Gehirns nicht wirklich gesteuert werden, doch du kannst es beeinflussen, in dem du deine Auszubildenden oder Teilnehmer

  • beispielsweise durch hohen Druck oder mangelhafte Motivation störst
  • oder sie über die Nutzung der richtigen Lernwege unterstützt.

Leider wissen viele Ausbilder und Dozenten gar nicht, welchen Lerntyp sie begleiten und wundern sich nur über mäßige Lernerfolge – dabei kann jeder lernen – man muss nur wissen, wie man bewusst und effektiv lernt bzw. diesen Prozess bei anderen anregt. Damit du weißt, welche Lerntypen es gibt, habe ich dir im Folgenden eine Auflistung der vier Lerntypen erstellt und gebe Hinweise dazu, wie du dein Lernen optimieren kannst.

Der auditive Lerntyp

Auditiv veranlagte Menschen nehmen Inhalte besser über das Ohr wahr, in dem sie aufmerksam zuhören. Dadurch würden sich folgende Lehrmittel ganz besonders für dich eignen:

  • Frontalunterricht mit Lehrern oder Dozenten,
  • den Lernstoff laut lesen,
  • Gespräche,
  • Vorträge,
  • Musik,
  • Hörbücher,
  • Podcasts und
  • gut erklärte Videos.

Vermeiden solltest du jedoch Musik im Hintergrund oder eine laute Lernumgebung, da das deine Konzentration negativ beeinflussen könnte. Bevorzuge eine ruhige Umgebung, in der es still ist.

Der visuelle Lerntyp

Ob dein Gegenüber zu dieser Lerntyp-Gruppe gehörst, erkennst du daran, wenn es ihm besonders leicht fällt, sich neue Inhalte zu merken, wenn diese den Augen wahrgenommen hast. Dazu eignen sich beispielsweise

  • Grafiken,
  • Bilder,
  • Tafelbilder,
  • Flipcharts,
  • Skizzen,
  • Lernposter,
  • Lernkarteien,
  • Dokumentationen und
  • Videos.

Vermeiden solltest du jedoch Chaos in deiner Lernumgebung – so lenkst du die Augen und damit deine Konzentration ab! Am besten sorgst du vor dem Lernen bzw. der Unterweisung für Ordnung auf deinem Schreibtisch und somit auch für Klarheit in deinem Kopf.

Der haptische Lerntyp

Gehört dein Auszubildender bzw. Teilnehmer du zu den Menschen, die etwas anfassen oder selber machen müssen, um es richtig zu begreifen? Dann nutze

  • Experimente und Basteleien,
  • lass sie Lernkarten anfertigen, in dem du den Stoff noch mal abschreibst sowie
  • Schaubilder,
  • lehre durch ausprobieren (Learning by Doing)

um die Inhalte greifbarer für dich zu machen. Nebenbei kannst du den Lerneffekt verstärken, in dem du für Bewegung sorgst oder Rollenspiele zum Lernen nutzt.

Der verbale Lerntyp

Hast du gemerkt, dass jemand besonders effektiv lernen kannst, wenn du dich über neuen Lernstoff unterhältst? Dann gehört derjenige zu der Gruppe der Menschen, die sehr verbal veranlagt. Wenn dem so ist, sind

  • Seminare mit viel Zeit für Gespräche,
  • Diskussionen,
  • Frage-Antwort-Spiele,
  • Lerngruppen und
  • laut über den Lernstoff reden

geeignete Mittel zum Lernen. Gefährlich wird es allerdings, wenn das Treffen eher für einen Kaffeeklatsch gehalten wird und private Themen im Fokus stehen. Wähle daher gezielte Themen aus, die dafür geeignet sind oder achte darauf, dass ihr nicht abdriftet.

Der Vollständigkeit halber muss ich jedoch betonen, dass es selten Reinformen dieser Lerntypen gibt. Realistischer ist, dass du auf mehreren Kanälen sehr gut lernen kannst, sie allerdings verschieden stark ausgeprägt sind. Mehr dazu folgt gleich.

Lasse einen kostenlosen Lerntypen-Test machen

Falls dir die Beschreibungen nicht ausreichen, empfehle ich dir diesen kostenlosen Lerntypen-Test von Philognosie.net mit deinen Auszubildenden bzw. Teilnehmern auszuprobieren. Nachdem zunächst einige Fragen beantwortet wurden, erhalten im Anschluss eine Auswertung, in der u.a. steht, welchem Lerntyp sie, zu wie viel Prozent entprechen. Darüber hinaus gibt es ergänzende Hinweise. Inzwischen gibt es aber auch zahlreiche Bücher, die sich mit dem Thema Lerntypen und Tests beschäftigen.

So lernst du richtig

Wenn du nun weißt, welcher Lerntyp dein Auszubildender oder Teilnehmer ist, ist es natürlich ungemein wichtig, diese Sinneskanäle künftig verstärkt anzusprechen und so einfacher zu lernen.

Wenn jemand beispielsweise visuell und haptisch veranlagt bist, bringt es weniger, ihm Hörbücher anzubieten, sondern du solltest dir die Dinge verbildlichen und selbst darstellen, um effektiver zu lernen.

Als besonders hilfreich hat es sich erwiesen, wenn der zu lernenden Stoff auf verschiedenen Wegen vermittelt und so auch verarbeitet wird. So aktivierst du mehr Wahrnehmungsfelder im Gehirn und beschleunigst die gedankliche Verknüpfung zwischen bereits vorhandenem und neuem Wissen. Dadurch steigert sich die

  • Aufmerksamkeit
  • Lernmotivation und
  • letztendlich dein Lernerfolg.
Beteiligte Sinne Erinnerungsquote
Hören 20 %
Sehen 30 %
Hören und Sehen 50 %
Hören, Sehen und darüber sprechen 70 %
Hören, Sehen, darüber sprechen und selber machen 90 %

Lerne zu lernen

Um das Lernen weiter zu optimieren, solltest du beobachten, in welchen Situationen der Lernende besonders effektiv gelernt hat, denn das Wissen über die Lerntypen und die Optimierung des Lernens hilft dir zwar, die Wissensaufnahme zu beschleunigen, doch es gibt auch Umweltfaktoren, die ausschlaggebend für den letztendlichen Lernerfolg sind.

Einige Menschen benötigen beispielsweise Musik und Hintergrundgeräusche, anderen brauchen Stille. Es gibt andere, die den Druck kurz vor einer Prüfung oder etwas Ähnlichem brauchen, um sich den Stoff besonders gut einzuprägen, andere lernen unter Druck gar nicht.

 

Lernen zu lernen ist kein Prozess, der von heute auf morgen zu 100% gelingt. Nimm dir die Zeit, deinen Auszubildenden oder Teilnehmer zu beobachten und immer mal wieder neue Dinge auszuprobieren, denn auch das Alter verändert die Art zu lernen und Wissen zu erfassen.

 


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