Selbstmanagement & Produktivität

Miracle Morning #1 – ein Selbstversuch

Katja Schönefeld, Dozentin, Ausbilderin und Chaotin

Jul 9, 2017

In den letzten Wochen stieg meine Unzufriedenheit fortwährend. Obwohl die heißersehnten Sommerferien meines Sohnes begannen und wir nun seit zwei Wochen im Chork-(Chill+Work^^)-Modus sind, wurde es nicht besser. Im Gegenteil, eigentlich wuchs täglich der imaginäre Sandsack auf meiner Brust, obwohl ich deutlich weniger Aufgaben zu erledigen hatte als sonst. Auch der Faktor „Kind Zuhause“ war auszuschließen, da mein Sohn es gewohnt ist nicht den ganzen Tag von mir bespaßt zu werden.

Dadurch kam ich zu der Feststellung: Ich bin einfach unzufrieden mit mir.
Mögliche Gründe könnten sein:

  • Die Halbjahres-Hälfte ist verstrichen, ohne, dass ich meinen Jahreszielen merklich näher gekommen bin. Ich habe zwar meinen Umsatz (im Vergleich zum letzten Jahr zu der Zeit) gesteigert – aber nicht verdoppelt, wie es mein Plan war.
  • Es kann aber auch daran liegen, dass ich in letzter Zeit so müde bin und dadurch gefühlt weniger schaffe. Die Müdigkeit selbst könnte an unausgewogener Ernährung und wenig Bewegung liegen … wer mich kennt weiß, dass mein täglicher Sport normalerweise der Weg zum Auto und zurück ist. 😉
  • Oder das meine To-do-Listen zu lang sind. Und obwohl ich Sachen abstreiche, immer noch viel zu tun ist. Das frustet einfach wirklich.

Vor einigen Tagen gab es nun endlich wieder ein „Motiviertes Mittwochs-Meeting mit Manu“ – meiner kleinen Energiequelle im Alltag. Unsere Freundschaft begann vor fast zwei Jahren bei einem Treffen der Facebook-Gruppe „Frau im Business“ und seitdem treffen wir uns regelmäßig online zum Mastermind. Im Rahmen dessen erzählte sie mir von dem Hörbuch Miracle Morning von Hal Elrod.

Was ist Miracle Morning?

Hal Elrod verfolgt den Ansatz, dass der Verlauf des Morgens den Tag maßgeblich beeinflußt. Ist der Morgen chaotisch und stressig – wird sich dies genauso durch den Tag ziehen. Nutzt man ihn hingegen produktiv, trägt man das Gefühl weiter mit sich.
Im Hörbuch selbst erfährt man, wie er seinen Miracle Morning fand und wie das sein Leben beeinflusst – bis heute.

Was macht man während eines Miracle Mornings?

Die Grundidee dahinter ist, dass man sich eine bestimmte Zeit nach dem Aufstehen für sich selbst reserviert. Für die eigene Persönlichkeitsentwicklung, die im Alltag oft viel zu kurz kommt.

Diese Zeitspanne (bei Hal Elrod ist es in der Regel eine Stunde) wird in verschiedene Zeitblöcke aufgeteilt, die mit sogenannten „Life S.A.V.E.R.S.“ gefüllt werden. Für ihn sind DIE sechs Tätigkeiten:

   S = Stille

  A = Affirmation

  V = Visualisieren

   E = Exercise/ Bewegen

  R = Reading/ Lesen

  S = Schreiben

Doch wofür man sich selbst entscheidet, hängt von eigenen Lebenssituation ab. Wichtig ist nur, dass man Zeit für sich einplant und in der Dinge macht, die für einen gut sind und voran bringen.

Der Selbstversuch: mein Miracle Morning

Angespornt durch Manus Begeisterung, möchte ich nun meinen eigenen Miracle Morning gestalten und hier dokumentieren, ob ich das durchhalte und wie es mir geht. Meine eigene 30-Tage-Challenge quasi1. 🙂

Da ich dem Hörbuch schon seit Mittwoch lausche, ist heute nicht wirklich Tag 1 – allerdings gab es den auch nicht. Ich lausche jedem Abend einige Minuten Hals Ausführungen und versuche das Gehörte dann direkt morgens umzusetzen.

Woraus mein Miracle Morning nun besteht?

Aufstehen

Wuha, wer hätte es gedacht. 😀 Aufstehen selbst ist Gott sei Dank weniger ein Problem. Im Normalfall tappse ich mehr oder weniger gut gelaunt vom Bett ins Bad. Dort wird kurz das Wichtigste erledigt – außer geduscht. In bequemer Kleidung und mit einer Flasche Wasser (*örgs … Wasser … örgs*) bin ich nun für den Miracle Morning gewappnet.

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1. Stille - Meditation

Leider muss ich gestehen darin total der Anfänger zu sein. Ich habe es schon öfter ausprobiert, aber es bislang noch nie geschafft still sitzen zu bleiben und vor allem: Nichts zu denken. Meine Gedanken flitzen den ganzen Tag durch meinen Kopf. Zum Leidwesen meiner Mitmenschen manchmal so schnell, dass ich mich beim Reden verhaspel oder wie ein Hase, der im Zickzack läuft, die Themen wechsel.

In den ersten Tagen bin ich auf nicht mehr als drei Minuten gekommen – aber ich versuche das noch zu steigern. Es ist nicht so, als würde es mir nicht gut tun. Im Gegenteil. Diese kleine Verschnaufpause im Alltag gut eigentlich gut. Aber es ist schwer, das umzusetzen – selbst wenn ich versuche nur auf meinen Atem zu hören. Morgen möchte ich mal eine geleitete Meditation ausprobieren – mal schauen, ob das besser läuft.

2. Exercise/ Bewegung

Ohje, wer mich kennt, der weiß, dass direkt meine zweite Hürde folgt. Sport. *lach* Gestern ging ich mit meinem Mann spazieren, heute habe ich mich an Yoga versucht. Yoga. Und ich. Da ich nicht unbedingt elfengleich bin, hatte ich keine Idee, wie ich die meisten der Übungen umsetzen sollte. Aus meinem herabschauenden Hund wurde leider mehrmals ein sterbender Schwan. Aber egal. Immerhin hab ich es ausprobiert.

Brina, eine Dozentin und Freundin wird mir hoffentlich ein paar leichtere Aufgaben für den Anfang zuschicken können. *ganz lieb schau*

3. Affirmation

Etwas, das sich mindestens genauso seltsam anfühlt. Mithilfe des Hörbuches habe ich mir Sätze zu den Themen

  • Problemlösekompetenz,
  • Erfolg,
  • Preisgestaltung und
  • Ordnung

gebastelt. Da ich noch nicht soweit bin, die wirklich in einem ruhigen Raum aussprechen zu können, gehe ich während der Affirmation duschen. Während das warme Wasser auf mich herab prasselt, erzähle ich den Fliesen in der Dusche, welchen negativen Glaubenssätzen es künftig an den Kragen gehen soll. Eigentlich gibt es so viele, dass mir Schwimmhäute wachsen könnten, aber die vier sind die Wichtigsten erstmal.

4. Visualisierung

Während ich trockne, stelle ich mir vor, wie mein Leben in zwei Jahren aussehen könnte. Da wir überlegen 2019 Deutschland zu verlassen, kann ich mir tolle Dinge ausmalen. Darüber hinaus greife ich meine Affirmationen auf und überlege mir, wie es sich anfühlt diese Ängste über Board zu werfen und einfach zu leben. Die Vergangenheit hinter sich zu lassen und einfach in die Zukunft zu blicken. Und endlich den Fuß von der Bremse zu nehmen.

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5. Schreiben Teil 1

Hier weiche ich etwas ab von Hals wichtigsten Live-Savern. Ich schreibe zwar – aber eher einen Blog-Beitrag. Obwohl ich jeden Tag texte, fehlt mir oft die Zeit für eigene Projekte. Nicht, weil sie nicht wirklich da ist, sondern weil ich ihnen zu wenig Priorität einräume. Im Normalfall arbeite ich immer zuerst die Kundenprojekte ab und schaue dann, wofür noch Zeit, Nerv und Energie da wäre. Aber ganz ehrlich?! Meistens finde ich eine Ausrede doch nichts mehr zu schreiben. Ich nenne es bewusst Ausrede, weil es einfach eine ist. Ich habe jetzt in etwa 35 Minuten mehr als 1.000 Wörter geschrieben – und es ist nicht so, dass ich die Zeit für andere Dinge sinnvoller nutzen hätte können.

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6. Schreiben Teil 2 - Dankbarkeit und Tagesplanung

Gleich werde ich mich mit meinem Bullet Journal, Kalender und meiner To-do-App hinsetzen und schauen, was heute ansteht. Es ist zwar Sonntag, aber ich verfolge seit Jahren die Devise, dass ich lieber jeden Tag arbeite, als mich an fünf Tagen abhetzen zu müssen, um das Wochenende (vielleicht) frei zu haben.

Darüber hinaus reflektiere ich noch mal den gestrigen Tag und schreibe auf, was gestern schön war. Wie meine Stimmung allgemein war und was gut gelungen ist. Ich bin generell kein Pessimist, aber diese gezielte Zeit für Dankbarkeit hilft mir schon länger, den Blick für die kleinen Dinge im Leben zu bewahren. Ich führe meinen Graduation-Log seit Februar schon und es ist wirklich toll, einen Rückblick auf die vielen schönen Momente im Leben zu haben (weil das Gehirn doch manchmal nur die doofen Dinge rauskramt und einem vor Augen hält).

Wie geht es mir mit dem Miracle Morning?

Gestern war der erste Tag, an dem ich sagen könnte, dass es mich wirklich beflügelt hat. Da ich mich seit Donnerstag-Morgen aber auch erst langsam herantaste, möchte ich dem Konzept selbst dafür auf keinen Fall die Schuld geben. Zurück zu gestern: Bis auf Schreiben habe ich gestern alles umgesetzt und anschließend noch etwas Zeit fürs Aufräumen (meine heimliche Nr. 7 ^^) eingeplant. Es war wirklich angenehm so in den Tag zu starten und ich muss sagen, dass mir vor allem die Visualisierungen einen Schub gaben. Die meisten meiner seelischen Probleme kommen von Ängsten wie

  • wer kauft schon meine Produkte
  • ich kann ohnehin nichts
  • wer gibt schon Geld dafür aus

usw. Sich daran zu erinnern, wie viele glückliche und zufriedene Teilnehmer ich in den Jahren meiner Selbstständigkeit schon in einen neuen Lebensabschnitt verabschiedete und wie viele noch dazu kommen könnten, wenn ich endlich den Mut hätte, meine Online-Produkte fertig zu stellen, ist wirklich hilfreich. Auch sich vorzustellen, wie ihr Leben dadurch verändert werden würde und das sie dafür auch gerne etwas bezahlen werden – weil sie den Wert des jeweiligen Produktes erkennen. Zum Rest:

  • Auch die Bewegung ist ungewohnt, tut aber irgendwie gut.
  • Die Wirkung von Affirmationen zeigen sich bekanntermaßen erst später.
  • Ob ich es schaffe wirklich beim Meditieren abzuschalten auch. ^^

Ich werde in den nächsten Wochen sicher darüber berichten, wie es mir weiter damit erging und ob ich eine Routine daraus entwickeln konnte. 🙂


Mehr zum Thema Miracle Morning findest du hier

Möchtest du das Ganze auch für mal ausprobieren? Dann findest du hier passende Links zur Webseite von Hal Elrod, seinem Buch und dem Hörbuch bei Audible.

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Fußnoten

  1. 30 Tage, weil es durchschnittlich 30 Tage dauert, bis das Gehirn eine neue Gewohnheit abspeichert.

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