Zeitmanagement & Produktivität

Miracle Morning #3 – ein Selbstversuch

Katja Schönefeld, Dozentin, Ausbilderin und Chaotin

Jul 13, 2017

Guten Morgen 🙂

Seit etwa einer Woche habe ich meinen Start in den Tag nun umgestellt – Zeit ein kleines Fazit zu ziehen.

Wie geht es mir mit dem Miracle Morning inzwischen?

Ich muss zugeben, dass ich anfangs skeptisch war. Ich hatte mich bislang immer gefragt, was es bringen sollte, eher aufzustehen oder die Arbeit zu verzögern, um ein Morgenritual zu exerzieren. Wie ich dir in Artikel 1 dieser Selbstversuch-Reihe bereits erzählte, startete mein Tag normalerweise mit einem Besuch im Bad und dann direkt am Rechner. Nachrichten beantworten, Mails checken, Aufgaben delegieren – und dann ging es auch schon los.

Das Problem daran: Nicht selten warteten nervige Nachrichten/ Mails, doofe Botschaften oder demotivierende Aufgaben. So war ich noch vor dem Frühstück auf 180 oder völlig aus dem Takt.

Genau davon profitiere ich beim Miracle Morning: Ich habe all das nach hinten geschoben und besinne mich einfach nur erstmal auf mich, meine Seele und meinen Körper. Oh je klingt das esoterisch. Keine Sorge, ich schwebe nicht in einem weißen Kleidchen über dem Boden … 😀 Aber es ist schön, einfach ein wenig Zeit mit sich selbst und den eigenen Gedanken zu verbringen.

Mein Wunsch nach Stille

Ich hatte schon vor einigen Wochen bemerkt, dass ich Radio, TV etc. kaum noch ertrage. Ständig war es laut, unruhig und stressig – daher blieb schon beim Autofahren immer öfter das Radio aus. Der Fernseher war zuletzt im April an. Den Rechner meide ich natürlich nicht, aber auch da habe ich inzwischen Strategien entwickelt, um die Nachrichtenflut zu steuern:

  • Facebook hatte ich mir im April für einen Monat lang mit StayFocusD gesperrt. Ein Monat, da es bekanntlich etwa 30 Tage dauert, ehe sich eine Routine umstellt. Von 8:30 bis 19 Uhr konnte ich diesen immensen Zeitfresser nun nicht mehr aufrufen.
    • Vorteile: Mehr Zeit, weniger Ablenkung, mehr Fokus auf die eigene Arbeit und nicht ständig mitzubekommen, was andere schaffen – dadurch weniger Selbstzweifel.
    • Nachteile: Mein ohnehin schon schwächelnde Social-Media-Werbung ging gen 0. Da aber ohnehin maximal 10 Prozent meiner monatlichen Besucher von Facebook kommen, war das verschmerzbar.
  • Mails checkte ich bis vor kurzem nur noch einmal morgens. Durch den Miracle Morning hab ich das nun auf Mittags verlegt. Zum einen sind 95 Prozent der Mails ohnehin nur Informationen und daher für meinen Tagesablauf irrelevant und bei den anderen 5 Prozent (die mir den Morgen versauen könnten) geht die Welt auch nicht unter, wenn die Nachrichten erst später lese. Auch hier muss ich sagen: als ich zum ersten Mal bei Ivan Blatter darauf aufmerksam wurde dachte ich mir nur so: „Sein Ernst???“ Aber inzwischen ist das wirklich angenehm.
    • Vorteile: mehr Ruhe, weniger Informationsflut, Spam tangiert mich nicht mehr, da ich ihn einfach 1x/ Tag geschlossen lösche
    • Nachteile: Meine Kommunikationspartner müssen ein wenig warten – da aber die meisten bei brennenden Sachen ohnehin anrufen, ist der Rest nur scheinbar dringend – in Wirklichkeit werfen mir die Menschen nur den Mail-„Ball“ zu, damit sie ihn selbst nicht mehr halten müssen. Wenn ich nicht schnell genug antworte haben sich die meisten Probleme schon von selbst gelöst und so können auch diese Nachrichten unbearbeitet verschoben werden.
  • Benachrichtigungen auf dem Mac, Tablet und Smartphone habe ich ebenfalls gnadenlos deaktiviert. Einzig mein Kalender und WhatsApp dürfen mir auf dem Smartphone noch Bescheid geben sowie Skype auf dem Tablet. Warum ich das getrennt habe?
    • Wenn das Smartphone sich mit dem Nachrichtenton meldet, ist es höchstwahrscheinlich etwas Privates. Wenn mein Mann und unser Sohn in meiner Nähe sind weiß ich schon mal, dass es nichts dramatisches sein kann und wäge ab, ob ich jetzt wirklich schauen muss.
    • Bimmelt das Tablet hingegen (was sehr selten ist), ist es ein in den meisten Fällen beruflicher Kontakt. Da meine Skype-Kontaktdaten nur wenige Kunden haben und die sich auch nur selten melden, ist es meistens etwas dringendes.
  • Nachrichten sammle ich alle Nachrichten zusätzlich mit FRANZ ein. Das Tool läuft still vor sich hin im Hintergrund und sammelt die restlichen Nachrichten ein. Wenn ich dann möchte, checke ich von dort aus auch WhatsApp, Skype oder Facebook – meist schreckt mich aber die Anzeige „30 Nachrichten“ schon ab und ich lass das Programm direkt versteckt im Hintergrund. *lach*
Lesetipp:  Miracle Morning #2 – ein Selbstversuch

So bleibt deutlich mehr Zeit für die Dinge, die mir wirklich am Herzen liegen: meine beiden Männer und meine eigenen Projekte.

Was hat sich getan in dieser Woche?

Mein größter Schub machte sich bei der Idee bemerkbar, am kommenden Montag mein erstes digitales Produkt (abgesehen von meinem ersten Online-Kurs zum Thema VideoScribe) zu veröffentlichen. Mehr dazu folgt spätestens am 17. Juli 20171. Inzwischen füllt sich der Fortschrittsbalken meiner To-do-Liste und ich bin wirklich zufrieden. Sowohl mit meiner Leistung, als auch dem Ergebnis. Während ich an den VideoScribe-Kurs unbedingt noch mal überarbeiten möchte2, habe ich hier das Gefühl, dass das wirklich genial wird.

Aber auch darüber hinaus habe ich das Gefühl wacher zu sein. Ich liebte normalerweise meinen Mittagsschlaf, für den ich mich auch keineswegs schäme. 😀 Aber in den letzten Tagen brauche ich ihn nur noch selten. Ich lege mich dafür lieber mit einem Hörbuch ein paar Minuten auf die Couch und genieße die Pause.

Der dritte Vorteil ist die wachsende Gelassenheit. Bis auf die Rasenmäher- und Kettensägengeräusche, die seit 1,5 Wochen meine Nachbarschaft terrorisieren, bin ich wirklich entspannt. Und das, obwohl wir zum ersten Mal vier Wochen am Stück zu Dritt daheim sind. Normalerweise war mein Mann immer im Büro arbeiten und daher den ganzen Tag außer Haus, während unser Sohn und ich die Sommerferien daheim genossen. Dieses mal verbringen wir sehr viel Zeit zusammen und es klappt trotzdem ohne Probleme. Jeder hat seine Aufgaben und Hobbys und so haben wir Familien-Zeiten und *mhm wie könnte man das nennen?* Ich-Zeiten.

Am Ablauf selbst habe ich nichts verändert. Meine Miracle Morning-Routine ging genauso weiter, wie in Artikel 2 dieser Serie beschrieben.

Werde ich den Miracle Morning fortführen?

Du wirst dir die Antwort wahrscheinlich schon denken können: definitiv ja. In zwei Wochen beginnt ein neuer Vorbereitungskurs auf die Ausbildereignungsprüfung, den ich in Vollzeit leiten werde. Aber ich bin voller Hoffnung, dass ich mein Morgenritual vor dem Ausbildung der Ausbilder-Kurs fortsetzen kann.

Lesetipp:  Miracle Morning #1 - ein Selbstversuch

Mehr zum Thema Miracle Morning findest du hier

Möchtest du das Ganze auch für mal ausprobieren? Dann findest du hier passende Links zur Webseite von Hal Elrod, seinem Buch und dem Hörbuch bei Audible.

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Nun bleibt mir wieder nur noch eins zu sagen: Danke Manu :-*

Fußnoten

  1. Ja ich weiß, das ist kein mega super-duper Launch mit einer riesigen Werbetrommel. Aber da ich auch kein Dozent für Marketing-Themen bin, sei es mir verziehen. Das lerne ich sicher noch. ;)
  2. Auch dazu an anderer Stelle noch mehr

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