Neuer Beruf: Pflegefachfrau/ Pflegefachmann

Neuer Beruf: Pflegefachfrau/ Pflegefachmann

Einige staatliche geprüften Berufe sind, aufgrund gesellschaftlicher und technischer Wandel, derzeit großen Veränderungen ausgesetzt. Nachdem beispielsweise erst aus der Bürokauffrau und einigen Berufen die Ausbildung “Kaufmann/-frau für Büromanagement” wurde, steht nun eine Verschmelzung der Berufe

  • Kinderkrankenpfleger,
  • Krankenpfleger und
  • Altenpfleger

an.

Ein neuer Beruf entsteht

Die neue Berufsbezeichnung soll ab dem 1. Januar 2018  Pflegefachfrau/ Pflegefachmann lauten.

Weitere Eckdaten sind:

Ausbildungsdauer: 3 Jahre

Ausbildungsorte: Pflegeschulen und Praktika

Art der Ausbildung: Ausbildung mit Schwerpunkten (z.B. Altenpflege)

Link zum Ausbildungsrahmenplan: Noch nicht vorhanden (Stand März 2016)

Als Aufstiegsfortbildung ist ein Pflegestudium geplant, bei dem das Wissen vertieft wird.

Gründe für die Zusammenlegung der Pflegeberufe zu Pflegefachfrau/ Pflegefachmann

Als Gründe für die Umstellung der Ausbildung in Pflegeberufen wird u. a. angeführt, dass es zu Überschneidungen der Arbeitsgebiete kommt, aber Fachkräften durch die Trennung der Ausbildung, es stellenweise an Wissen mangelt. Darüber hinaus soll durch die Vereinheitlichung der Berufe dem Fachkräftemangel vorgebeugt werden. Dies sei allerdings auch auf die schlechten Entwicklungsmöglichkeiten von Altenpflegern zurückzuführen, da derzeit eine Weiterentwicklung in diesem Berufsbild kaum möglich sei und die Bezahlung gering ist.

Es gibt allerdings noch bessere Nachrichten: Bislang mussten einige Pflegeschüler (je nach Bundesland) Schuldgeld zahlen – das wird wegfallen und dafür erhalten Auszubildende eine Ausbildungsvergütung.1

Kritik an der Zusammenlegung der Pflegeberufe zur Pflegefachfrau/ Pflegefachmann

Zu den größten Kritikern und Gründen an dem neuen Berufsbild Pflegefachfrau/ Pflegefachmann zählen:

  • Altenpflegeverbände
    • Fachwissen könnte verloren gehen
    • Fachkräfte könnte es aufgrund der besseren Bezahlung in die Krankenpflege ziehen
    • der Mangel an Fachkräften könnte sich vergrößern
  • Deutsche Stiftung Patientenschutz
    • die Differenz zwischen den Berufsbildern sei zu groß: Krankenpflege ist auf die Heilung von akuten Beschwerden ausgelegt, Pflege allerdings auf eine längerfristige Betreuung
  • Paritätische Wohlfahrtsverband und AWO
    • Formulierungen bislang zu schwammig
    • Einsatzstellen während Ausbildung fehlen
  • Die Grünen
    • ähnlich wie die Altenpflegeverbände wird ein Verlust von Qualifizierung und Spezialisierung befürchtet
    • der neue Pflegeberuf könnte ebenfalls unattraktiv auf junge Menschen wirken
    • für die Kostenträger fehlt bislang eine Aufschlüsselung der Mehraufwendungen
Katja Schönefeld
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Quellen und Hinweise

  1. Quelle: https://www.tagesschau.de/inland/krankenausbildungsreform-101.html