Outsourcing und Weiterbildung: So arbeitest du als Einzelunternehmer effizienter

 

Kurz vorab, um Missverständnisse zu vermeiden: In den letzten Monaten wabern Begriffe wie Solopreneur, Entrepreneur, Mamapreneur und sogar Papapreneur durch das deutschsprachige Internet – doch der Einfachheit halber möchte ich mich in meinem Artikel einfach auf den Begriff Einzelunternehmer beschränken – in dem Sinne, dass du eine Geschäftstätigkeit alleine ausführst und somit auch alleine für alle Aufgaben verantwortlich und haftbar bist.

Wenn du gefragt wirst, was du eigentlich beruflich machst – wie lautet deine Antwort? In meinem Fall war die Antwort bis vor kurzem noch ein kleiner Kurzvortrag, da ich fälschlicherweise alle meine beruflichen Tätigkeiten aufzählte.  Doch inzwischen passe ich meine Wortwahl dem Fragenden an und bin je nach Umgebung Dozentin, Redakteurin oder Bürokauffrau. Doch eigentlich umschreibt keine der Berufsbezeichnungen das, was wir Einzelunternehmer heute dank Blogsoftwares, Grafikprogrammen und dem Internet noch sind:

  • Chefs (unsere eigenen),
  • Telefonist,
  • Texter,
  • Grafiker,
  • Homepage-Designer,
  • Social-Media-Manager,
  • Strategen,
  • Organisationstalente (mehr oder weniger ^^)
  • Prozessmanager,
  • Projektleiter,
  • (Stamm-)Kundenbetreuer,
  • Verkäufer,
  • Kaufleute,
  • Buchhalter.

Und vieles vieles mehr. Ziemlich viele Aufgaben für eine Person, oder? Falls du gerade bedächtig nickst und das Gefühl in die aufsteigt, dass das einfach zu viel ist, möchte ich dir heute zwei Möglichkeiten ans Herz legen, mit denen du deine Effizienz steigern kannst.

Outsourcing. Mache nur, was du wirklich gut kannst.

Das Auslagern von Dienstleistungen an Andere ermöglicht es dir, dich auf dein zentrales Kerngeschäft zu fokussieren und so einfach mehr zu erreichen. Im besten Fall verdienst du somit deutlich mehr durch deine freigewordenen Kapazitäten, als du für die Bezahlung des Dienstleisters ausgibst. Das Beste daran: Deine Dienstleister sind mit Sicherheit Profis auf ihrem Gebiet, wodurch auch noch die Qualität deiner erworbenen Waren steigt.

 

Die Vor- und Nachteile von Outsourcing

Vorteile von Outsourcing

  • Du hast deutlich mehr Zeit für die Dinge, die du wirklich gut kannst und arbeitest so deutlich effizienter.
  • Du nutzt das Know-how der Fremdfirma für deine Zwecke.
  • Wenn du deine Arbeitszeit in Tätigkeiten, die dir weniger liegen, in einen finanziellen Gegenwert umrechnest, wirst du merken, dass du höchstwahrscheinlich sogar erhebliche Kosten einsparst.1
  • Die laufenden Kosten sind transparent und jederzeit für dich nachvollziehbar – auch im Vergleich dazu, wie viel Zeit du benötigst, wenn du dich selbst erst in ein Thema einarbeitest oder dich durch etwas durchfriemelst.
  • Du kannst das Risiko von Problemen minimieren und auf deinen Dienstleister übertragen.

Nachteile von Outsourcing

  • Die Auftragsvergabe an Fremdfirmen erfordert genaue Absprachen und auch das du im Vorfeld genau weißt was du von dem Anderen erwartest!
  • Du gerätst in eine Art Abhängigkeit von der Drittfirma, da du deren Geschäftsprozesse weitaus weniger beeinflussen kannst als deine eigenen.
  • Je nach Vertragslaufzeit bist du eventuell jahrelang an den Dienstleister gebunden. Denke daher vorab genau darüber nach, wie lange du die Fremdleistung in Anspruch nehmen möchtest.
  • Du musst interne, sensible Daten für deinen Dienstleister preisgeben, was eine Menge Vertrauen erfordert.

Falls du auch zu den Menschen gehörst, bei denen Vertrauen Mangelware ist, möchte ich dir Variante Zwei ans Herz legen: Weiterbildung.

Weiterbildung. Try and Error ist cool, aber teuer.

Zugegeben, delegieren ist nicht meins – und wahrscheinlich wäre ich die schlechteste Chefin auf der Welt. Daher entscheide ich mich (noch) für die Möglichkeit, mich weiterzubilden und die Geschäftsvorgänge einfach effizienter zu erledigen.

Ein paar Beispiele?

  • Du nutzt WordPress und hast Probleme mit der Technik? Dann absolviere einen WordPress-Kurs, um die Grundlagen der Technik und Möglichkeiten der Software zu erlernen. So sparst du nicht nur Zeit und das Geld für einen Techniker, sondern kannst auch bei Problemen mit der Webseite sofort reagieren.
  • Dein Zeitmanagement hat Optimierungsbedarf? Dann melde dich für einen entsprechenden Kurs an oder hole dir direkt einen persönlichen Coach, der mit dir Organisationsstrukturen entwickelt in denen du dich wohlfühlst und die deine Arbeitsweise verbessern.
  • Deine Verkäufe kommen nicht in Gang? In diese Fall besteht die Möglichkeit, dich von Sales-Experten (z. B. hier) beraten zu lassen, um deine Marktstrategie zu verbessern und dadurch effektiver zu verkaufen.
  • Du trägst veraltete Glaubenssätze in dir? Arbeite mit einem Coach oder Therapeuten die Ursachen für diese negativen Glaubenssätze auf und wirf sie über Board.

Vor allem der Bereich Marketing und Vertrieb sind mir persönlich ein Graus, weil ich immer das Gefühl hatte, anderen Menschen meine Leistungen (und geplanten Produkte) aufzuschwatzen. Hier halfen mir

  • viele tolle Gespräche mit befreundeten Geschäftspartnern um mich besser zu positionieren,
  • (Selbstlern-)Kurse, Webinare und Seminare zu diesen Themen,
  • die Beratung von Experten und
  • natürlich das abendliche Schmökern in Blogs von Einzelunternehmern, um mehr über ihre Arbeitsweise zu erfahren.

Die Vor- und Nachteile von Weiterbildung

 

Vorteile von Weiterbildung

  • Du hast die Macht!
  • Durch gezielte Weiterbildung kannst du dein Wissen ausbauen und arbeitest so auch Aufgaben, die nicht zum Kerngeschäft gehören, effizienter ab.
  • Dadurch wirst du leistungsfähiger und innovativer. Vielleicht findest du auch völlig neue Produkt- oder Dienstleistungsideen
  • Von diesem zusätzlichen Input profitieren auch deine Kunden, die dadurch im besten Fall bessere Produkte oder Dienstleistungen erhalten.
  • Du bist weniger von Fremdfirmen abhängig, da die Prozesse intern ablaufen und du sie direkt steuern und kontrollieren kannst.
  • Weiterbildung kann auch nebenher ablaufen. Lausche beispielsweise Podcasts beim Autofahren oder sieh dir Videos beim Kochen an und erweitere deinen Horizont.

Nachteile von Weiterbildung

  • Du hast nur bedingt mehr Zeit für dein Kerngeschäft, weil du weiterhin alle Hüte aufhast.
  • Weiterbildung kostet ähnlich wie Outsourcing Geld und Zeit – doch es gibt dir eben auch sehr viel zurück!

Aber Achtung: Mit Weiterbildung meine ich nicht, dass du dir das Wissen von Grund auf selbst aneignest, indem du Bücher verschlingst oder wahllos Videos auf YouTube ansiehst. Nutze lieber das Wissen von Fachleuten, die dich gezielt weiterbringen, statt deine Zeit damit zu verbringen, nach Informationen und Lösungsansätzen zu suchen. Wenn du ein wenig Grundwissen hast, kannst du darauf natürlich aufbauen – aber wenn du von etwas überhaupt keine Ahnung hast, überlege dir, wie du effizient an Wissen gelangst.

Sollten dich hierbei die Kosten abschrecken, rechne auch wieder gegeneinander, was dich ein Seminar, Kurs oder anderen Lernmittel kostet im Vergleich zu der Zeit, die du nicht effizient nutzen kannst oder dem Geld, das du für externe Dienstleister ausgeben müsstest.

Die Mischung macht’s

Und noch eine Randnotiz: Wenn dir etwas gar nicht liegt, bringt es gar nichts sich damit rumzuquälen und deine wertvolle Zeit zu vergeuden – nutze Outsourcing, um dich wieder auf dein Kerngeschäft zu konzentrieren oder mehr Zeit für Weiterbildungsthemen zu haben, die dir eher liegen!


Nun bin ich auf deine Meinung gespannt: Wie hältst du das Ganze? Welche Tätigkeiten lagerst du aus? Welche machst du selbst? Eventuell auch, obwohl es sich nicht rentiert?

Fußnoten

  1. Experten raten dazu erst auszulagern, wenn sich deine Kosten um mindestens 20 Prozent reduzieren.

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