Auch wenn unsere Gesellschaft oft der Auffassung ist, dass nur Manager und wahre Weltenverbesserer an Burnout erkranken können, sei gewiss: Jeder Mensch, unabhängig von Alter und Beruf kann ausbrennen.

Die Ursachen für ein Burnout liegen oftmals eher am Stresslevel und an psychischen Faktoren, die ich im Folgenden näher erläutern möchte.

Vorab noch ganz kurz: Diese 5 Persönlichkeitstypen müssen nicht in Reinform auftreten, sondern du kannst dich durchaus in mehreren Beschreibungen wiederfinden. Dadurch steigt jedoch das Risiko, an den Folgen von Stress auf Dauer zu erkranken.

 

Die Unorganisierten

Ein Hinweis in eigener Sache: Ich habe definitiv ein Herz für Chaoten und bin selbst ein Mensch, der gerne mal ohne Terminkalender und Co. ins Schleudern gerät. Doch gerade Menschen, deren Organisationsfähigkeiten eher begrenzt sind und für die Zeitmanagement ein Fremdwort ist, haben bei stetigem Termindruck schnell das Gefühl,

  • fremdbestimmt zu sein,
  • Termine nicht mehr einzuhalten,
  • die Kontrolle zu verlieren und dadurch
  • zu versagen.

Diese Versagensängste sind ein hervorragender Nährboden für das sich kontinuierlich einschleichende Burnout.

Versteh mich bitte nicht falsch. Ich meine damit nicht jemanden, der ein bis zweimal im Monat aufgrund von Zeitdrucks in Wallung gerät, sondern Menschen, die wirklich fortwährend unter Stress stehen.

Dies können Angestellte mit straffen Deadlines sein, die parallel dazu Kollegen vertreten müssen und ihr normales Arbeitspensum bewältigen müssen. Aber genauso schnell können auch beispielsweise Studenten und Ausbildende in diese Spirale kommen, wenn sie regelmäßig unter Stress und Strom stehen – und dem nicht mehr Herr werden.

Auch Freiberufler und Selbstständige sind einem ständig hohen Stresslevel ausgesetzt, weshalb es so wichtig für alle Risikogruppen ist, Methoden zur Stressbewältigung in petto zu haben.

Die Ehrgeizigen

Aber es geht auch genau andersrum. Gehörst du zu den Menschen, die immer alles schaffen wollen – am besten sofort? Auch wenn ein gesunder Ehrgeiz toll und wichtig ist, um im Leben voran zu kommen, ist eben doch alles was über das gesunde Maß hinaus geht, schädlich. Oft liegen die Ursachen für einen übertriebenen Ehrgeiz in einem geringen Selbstwertgefühl, das nicht selten von den eigenen Eltern antrainiert wurde. Sprüche wie

  • „Du kannst nichts.“
  • „Aus dir wird nichts.“
  • oder „Wieso kannst du nicht wie […] sein?“

prägen schon in der frühsten Kindheit ein falsches Selbstbild und die Betroffenen haben immer das Gefühl, einfach nicht gut genug zu sein – egal was sie tun.

Daher arbeiten sie nicht selten bis zur völligen körperlichen und seelischen Erschöpfung – und sind trotzdem nicht befriedigt.

Die mit dem Helfersyndrom

Ein ähnlich geringes Selbstwertgefühl haben Menschen, die sich aufopferungsvoll um andere kümmern und sich selbst dabei vergessen. Versteh mich bitte nicht falsch – es ist wichtig, für andere da zu sein – aber mit Grenzen. Und eben diese werden schnell von Personen mit einem Helfersyndrom übertreten.

Sie bemerken einfach nicht (oder wollen es nicht bemerken), dass ihre eigenen Kräfte schwinden, während sie für andere da sind.

Die Ursache hierfür ist oftmals das Gefühl,

  • endlich gebraucht zu werden,
  • endlich wichtig zu sein.
  • endlich etwas gut und richtig zu machen.

Experten haben beispielsweise schon in den 1970ern herausgefunden, dass Menschen mit einem Helfersyndrom sich oft für Pflegeberufe entscheiden, denn dort können sie diesen Drang ausleben. Aber auch Mütter geben alles für ihre Kinder und Partner, ohne dabei Rücksicht auf die eigenen Befindlichkeiten zu nehmen. Doch ähnlich wie bei sehr ehrgeizigen Menschen kommt irgendwann der Punkt, an dem keine Steigerung mehr möglich ist – und dann kommt es oftmals zum völligen Zusammenbruch.

Die Nicht-Nein-Sagen-Könner

Auch dieser Persönlichkeitstyp kennt keine Grenzen – jedoch weniger, weil er helfen so schön findet, sondern weil er einfach nicht Nein-sagen kann. Gründe hierfür können ein großes Harmoniebedürfnis sein, aber auch das fehlende Selbstbewusstsein, um das Wort „Nein“ über die Lippen zu bekommen.

Das Problem: Oftmals haben Betroffene leider Menschen in ihrem Umfeld, die diese kleine Schwäche gnadenlos ausnutzen und ihren Ballast auf den Schultern der Nicht-Nein-Sagen-Könner abladen. Dabei muss es sich gar nicht um materielle Dinge wie Geld oder das Erledigen von Aufgaben handeln. Dies trifft durchaus auch auf persönlichen Kummer zu, der den Helfenden immer und immer wieder aufgebürdet wird. Vor allem Frauen lassen die Probleme anderer nah an sich heran und liegen abends noch wach im Bett, um sich Gedanken zu machen oder Lösungswege zu finden – was früher oder später zum Ausbrennen führen kann.

Aber auch im Arbeitsleben sind Nicht-Nein-Sagen-Könner den erbarmungslosen Kollegen ausgesetzt. „Kannst du bitte noch […]“ wird zum Dauerrenner und die Betroffenen erledigen schnell zum eigenen Pensum noch das von Anderen. Aber aus der Angst heraus, als unhöflich oder teamUNfähig empfunden zu werden, fügen sie sich brav dem Schicksal. Bis das Kartenhaus zusammenbricht und sie nichts mehr schaffen.

Die Perfektionisten

Eine weitere, besonders vom Burnout bedrohte Gruppe sind Perfektionisten. Nicht, weil sie nicht mit Leidenschaft bei der Sache sind und ihre oftmals viel zu hoch gesetzten Ziele erreichen wollen … sondern weil sie das perfekt machen wollen.

Beliebte Beispiele:

  • Den perfekten Beruf ausüben.
  • Den perfekten Haushalt führen.
  • Den perfekten Partner finden.
  • Die perfekten Kinder haben.

Doch dabei stehen sie vor zwei großen Hürden:

  1. Etwas Perfektes ist schwer zu erreichen.
  2. Die dafür investierte Energie wird sehr selten von anderen honoriert.

So wachsen schnell Frust und Traurigkeit, denn wenn die (selbst) viel zu hoch gesetzten Ziele nicht erreicht werden oder die Anerkennung des Umfeldes fehlt, steigt die Enttäuschung über das eigene Versagen und damit der Wille, noch mehr zu leisten. Bis es nicht mehr geht.

Hier kannst du dir die Zusammenfassung als Video ansehen:

Hast du dich in einer oder mehreren Beschreibungen wiedererkannt? Dann lege ich dir ans Herz, noch rechtzeitig die Notbremse zu ziehen, um nicht an einen Punkt zu gelangen, an dem dir das nicht mehr möglich ist. Solltest du da Gefühl haben, dass es bereits zu spät ist, rate ich dir dringend zum Besuch eines Arztes. In beiden Fällen kannst du mir auch gern schreiben und wir reden erst mal ganz in Ruhe. 🙂

Mit der Nutzung der Seite Katja-Schoenefeld.de stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Mehr erfahren

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden. Erfahre hier mehr über die Datenschutzbestimmungen meiner Webseite.

Schließen