Kommunikation

Wer hat hier ein Problem? Problemeigentümer sein oder ernst nehmen

Katja Schönefeld, Dozentin und Ausbilderin

Jun 20, 2017

Hallöli 🙂

Wie aufregend – mit diesem Post eröffne ich eine ganz neue Kategorie auf Katja-Schoenefeld.de – das Thema Kommunikation. In meinen Kursen stelle ich immer wieder fest:

Nur weil Menschen die gleiche Sprache sprechen, verstehen sie sich nicht automatisch.

Und das völlig unabhängig von Alter, Geschlecht, Bildungsniveau und sozialem Umfeld. Dies fängt oftmals schon bei dem mangelnden Verständnis für die Probleme des Gegenübers an.

Merke: Was der Problemeigentümer empfindet, ist für ihn real!

Ein kleiner Rückblick: Als mein Mann und ich vor über zehn Jahren heirateten, war unsere kleine Welt perfekt. Doch schnell stellte sich der Alltag ein – und damit kamen die Probleme, über welche unsere rosa-rote Brille bislang herrlich hinwegtäuschte. Doch wir stritten nicht wegen herumliegenden Socken, offenen Klobrillen, Ex-Partner oder andere typische Themen vieler Paare. Nein, das grundlegende Problem war: Ich fühlte mich nicht ernstgenommen. Für meinen Mann waren meine Probleme kleine Probleme . also gab es sie nicht.

Es brauchte einige Tränen, Taschentücher und vor allem viel Geduld miteinander, bis wir lernten, dass die Befindlichkeiten des Gegenübers real waren und dementsprechend auch wirkliche Gefühle, Ängste und Bedürfnisse auslöste.

In meinen Augen ist dieses Grundproblem eine der Hauptursachen für Konflikte – egal ob mit

  • den eigenen Kindern,
  • dem Partner,
  • der Familie,
  • Kollegen oder
  • Geschäftspartnern.

Wenn ich meinen Gegenüber und dessen Probleme nicht ernst nehme, fehlt die Basis für eine gemeinsame Kommunikation.

Zusammenfassung

Was ist ein Problemeigentümer? Jemand, der etwas an einer bestehenden Situation verändern möchte.

  • Du bist der Problemeigentümer, wenn du jemanden bittest, etwas an einer bestehenden Situation zu ändern.
  • Dein Gegenüber ist der Problemeigentümer, wenn er dich darum bittet, etwas an einer bestehenden Situation zu ändern.

Nachfolgend möchte ich dir einige Tipps mit auf den Weg geben, wie du dich in der jeweiligen Situation verhältst:

Bist du selbst der Problemeigentümer?

  • Formuliere dein Anliegen klar und möglichst deutlich.
  • Vermeide Vorwürfe und Du-Botschaften.
  • Nutze stattdessen Ich-Aussagen bzw. Ich-Botschaften.
  • Gewähre deinem Gegenüber eine angemessene Bedenk- bzw. Reaktionszeit.
  • Höre deinem Gegenüber aufmerksam zu, wenn er dir seine Situation erklärt.

Ist dein Gegenüber der Problemeigentümer?

  • Höre aktiv zu.
  • Versuche das Anliegen deines Gegenübers bestmöglich zu verstehen.
  • Frage bei möglichen Missverständnissen nach.
  • Überlege (bevor du antwortest) inwieweit du auf den Wunsch/ die Bedürfnisse deines Gegenübers eingehen kannst.
  • Behalte dabei aber auch deine Wünsche und Bedürfnisse im Blick!
  • Erläutere deine Gedanken – denn dein Mitmensch kann keine Gedanken lesen.

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