Seit letzter Woche häufen sich die Tage, an denen man auch als Coach mal in die eigene Trickkiste greifen muss, um sich selbst in den Popo zu treten. Ein Grund hierfür war die Führerscheinprüfung meines Mannes, der ich seit Tagen mit ihm gemeinsam entgegensehnte – inklusive Schlafmangel, Nervosität und einem Hauch Reizdarm.

Ja ich weiß, so eine Führerscheinprüfung machen jede Woche Hunderte Menschen. Doch bei uns ging es nicht nur darum, dass er überhaupt fahren kann, sondern dass das eine große Entlastung für mich darstellen würde. Aufgrund unserer Wohnsituation bin ich jeden Tag mindestens zwei Stunden mit dem Auto unterwegs, damit Kind und Mann in der Schule bzw. auf Arbeit ankommen – und auch wieder nach Hause. Das hätte mit einer erfolgreichen Führerscheinprüfung ein Ende gehabt.

Nun ja, dementsprechend müde und unausgeglichen war ich gestern – doch das Positive: Die Situation animierte mich dazu, diesen Blogbeitrag zu verfassen, in dem ich dir die fünf (okay eigentlich sechs) häufigsten Gründe für Müdigkeit vorstellen möchte.

Wenn Müdigkeit nicht einfach nur Müdigkeit ist

Kennst du diesen Zustand bleierner Müdigkeit, wenn dein Körper oder Geist einfach nicht möchte? Nach kurzen Nächten, sportlicher Aktivität oder intensiven Arbeitstagen ist das wohl bis zu einem gewissen Maße normal. In diesem Fall bist du nicht einfach nur müde, schläfst ein paar Stunden und dir geht es besser. Die Ursachen hierfür liegen viel tiefer, denn Müdigkeit ist auch ein Schutzmechanismus unseres Körpers, um Überlastung zu vermeiden.

Ursache #1: Kummer und Sorgen beeinträchtigen dein Wohlbefinden

Wie bereits eingangs erwähnt, sind Sorgen ein häufiger Auslöser von Müdigkeit. Dies resultiert aus mehreren Gründen:

  1. Auch wenn du es vielleicht nicht so wahrnimmst, dein Unterbewusstsein beschäftigt sich selbst noch im Schlaf mit den Ursachen dieser Probleme, wodurch du dich nicht richtig erholen kannst – selbst wenn du noch so viel schläfst.
  2. Vielleicht kannst du auch gar nicht erst einschlafen deswegen.
  3. Vielen von uns wurde schon in der Kindheit anerzogen: Wer Probleme hat, gnatzt oder weint, muss ins Bett.

Der Lerneffekt ist in etwa vergleichbar mit der Konditionierung nach Iwan Petrowitsch Pawlow, bei der er im Rahmen einer Studie vor der Fütterung von Hunden, eine Glocke läutete, um zu testen, wie sich neutrale Reize auswirken. Nach einigen Versuchen lernten die Hunde also: Wenn die Glocke läutet, gibt es Futter. Daher regte bald schon das Läuten den Speicherfluss der Hunde an, obwohl gar kein Futter in Reichweite war.

Diese klassische Konditionierung schlummert natürlich auch in uns – ohne Speichel. Sondern einige von uns assoziieren Stress und Hürden mit einem dringenden Schlafbedürfnis.

Ursache #2: Deine Ernährung ist nicht ausgewogen

Keine Sorge, ich möchte dir nun keinen Vortrag über Essgewohnheiten halten – dafür esse ich selbst oft viel zu ungesund. 😉 Aber Fakt ist trotzdem, dass eine tägliche Zufuhr von Obst und Gemüse (und dafür das weglassen „schwerer“ Nahrungsmittel), auch unser Wohlbefinden während der Arbeit beeinflusst. Ernährst du dich also

  • gesund,
  • isst langsam,
  • vermeidest fettige Lebensmittel
  • und versorgst dich vorrangig mit gut verdaulichen Lebensmitteln,

wirst du deine Leistungsfähigkeit auch steigern.

Die Müdigkeit nach dem Essen rührt daher, dass die Verdauungsorgane während des Verdauens stärker durchblutet werden, was dazu führt, dass das Gehirn und andere Organe weniger mit Blut und dadurch Sauerstoff versorgt werden.

Ursache #3: Du schläfst zu wenig

Wusstest du, dass deine Ernährung ganz eng mit deinem Schlafverhalten verbunden ist? Nicht nur, dass du natürlich leistungsstärker bist, wenn du ausgeschlafen bist. Zusätzlich begehrt dein Gehirn ungesunde Lebensmittel viel eher, wenn du unter Schlafmangel leidest. In diesem Fall wird nämlich die Gehirnaktivität im Frontallappen negativ beeinträchtigt, der für deine Entscheidungen und Verhaltenskontrolle zuständig ist und dein Jieper auf Junk Food steigt.

Ursache #4: Du tankst zu wenig Tageslicht 😉

Uhhhh, noch so ein böser Satz. Doch damit meine ich nicht zwangsläufig, dass du jeden Tag Sport im Freien ausüben musst – auch wenn das natürlich klasse wäre. Vielmehr geht es darum, dass du zu wenig Tageslicht abbekommst. Einer Studie des Ecole Polytechnique Federale de Lausanne zufolge, ist man weniger müde, dafür aber aufmerksamer und konzentrierter, wenn regelmäßig Zeit in der Sonne/ im Tageslicht verbracht wird. Dunkle Räume hingegen verschlechtern den Zustand.

Das Positive: Laut diesen Forschungsergebnissen ist es egal, ob du wirklich im Freien bist oder dein Arbeitsplatz einfach nur direkt mit Tageslicht in Berührung kommt.

Ursache #5: Du bist überarbeitet oder überlastet

Auch wenn es eigentlich klar sein sollte, möchte ich ganz zum Schluss noch eine der häufigsten Ursachen einschieben: Du bist einfach völlig überlastet oder überarbeitet!

  • Arbeit,
  • Kollegen,
  • Haushalt,
  • Kindererziehung,
  • deine/e Partner/ Partnerin,
  • Freunde,
  • Verwandte,
  • Hobbys,
  • Alltagssorgen
  • uvm.

belasten dich täglich und saugen an deinem Energievorrat. Stell dir deine tägliche Energie an dieser Stelle wie eine Batterie vor. Dabei gibt es Tätigkeiten, die deine Batterie leeren und wiederum jene, die sie wieder auffüllen. Nutzt du allerdings mehr Energie, als du hast, ist anfangs vielleicht einfach nur Müdigkeit dein Problem, aber auf längere Zeit hin, kann sich das durchaus in eine Krankheit wie Depressionen oder Burn-out wandeln. Vor allem wenn du zu den sehr anfälligen Persönlichkeitstypen gehörst, solltest du gut mit deiner Kraft haushalten. 🙂

Es liegt eine physische Ursache vor

Vorab: Ich bin keine Ärztin und dementsprechend sind die nächsten Zeilen auch keine mögliche Diagnose oder so etwas. Viel mehr möchte ich betonen, dass es diese Möglichkeit gibt – letztendlich feststellen, kann es aber nur dein Hausarzt. 

Ständige Müdigkeit kann durchaus auch krankheitsbedingt sein. Die typischen Verdächtigen sind hierbei:

  • Stoffwechselkrankheiten,
  • Mangelerscheinungen oder
  • Schlafapnoe (Atemaussetzer im Schlaf),

aber natürlich auch gravierendere Ursachen. Solltest du dich gesund ernähren, dich regelmäßig bewegen und ausruhen sowie nicht unter Stress oder Sorgen leiden, lege ich dir dringend einen Besuch bei deinem Hausarzt ans Herz. Dieser kann über ein Blutbild und andere Untersuchungen schnell feststellen, woher deine Müdigkeit rühren kann.


So, nun bist du wieder gefragt. Leidest du häufig unter Müdigkeit? Woran liegt es bei dir? Ich freue mich auf deine Nachricht! 🙂

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