Kennst du diese Momente, die man nicht mal mit Gold bezahlen könnte? Die einfach da sind und ehe man sich versieht, sind sie wieder vorbei und man steht mit offenem Mund da und denkt: „Wow!“? So einen hatte ich gestern und wenn du magst, erzähle ich dir in diesem Blogpost davon. 😉

Während mein Mann gestern kochte, stand ich bei ihm und grübelte, wie es in der Zukunft weitergehen könnte. Was ich noch besser machen könnte. Wie ich noch nützlicher sein könnte. Irgendwann sah er mich an und sagte einfach nur „Solange du nicht weißt, was du willst, brauchst du darüber gar nicht weiter nachdenken.“ Bäm. Zugegeben, er ist kein Mann großer Worte, aber dieser Spruch traf voll ins Schwarze.

Ich begann mich zu winden und zu rechtfertigen – kam aber in Erklärungsnot und verließ letztlich schweigend die Küche. Da war es wieder – das Gefühl, sich verirrt zu haben. Zuletzt hatte ich es 2012 gespürt, was letztlich in einem Burnout endete. Ich wusste eigentlich immer ganz genau, was ich wollte, aber danach hatte ich mein ganzes Leben über den Haufen geworfen:

  • Schon als kleines Mädchen wollte ich Bürokauffrau (wie meine Mutter) werden. Egal wer mich wann wo fragte – Bürokauffrau. Und so ein schickes Auto wie sie wollte ich fahren. *lach* Also wurde ich Bürokauffrau.
  • Zum Ende der Ausbildung wurde mein Sohn geboren und ich merkte – das kann nicht alles gewesen sein … Da muss noch mehr sein. Nach einem Blick in den Studienkatalog der Universität hatte ich ein neues Ziel: Sozialwissenschaften und Psychologie im „Nebenfach“ studieren.

Gesagt getan. Nach dem erfolgreichen Bachelor sollte der Master folgen – den ich bisher nicht abschloss. Denn da kam das 2012, das mich total aus der Bahn warf. Irgendwie holten mich in dieser Zeit alle meine Dämonen ein und ich erkannte, dass das alles irgendwie so sinnlos war.

Also beschloss ich neben dem Studium und der Tätigkeit als Bürokauffrau, Dozent und Coach zu werden. Etwas später begann ich zusätzlich als Redakteurin zu arbeiten.

Und nun, zwei Jahre später merke ich … Das Gefühl kommt wieder. Aber nicht, weil meine Arbeit sinnlos ist. Im Gegenteil. Ich lerne großartige Menschen kennen, beschäftige mich mit spannenden Themen und entwickle mein Wissen kontinuierlich weiter.

Ich habe mich nur in meiner Organisation und meinen Terminen verloren. Ich wollte so sehr organisiert, strukturiert und seriös sein (wie jene Menschen, die ich bewundere), dass ich mein altes, chaotisches/ spontanes Ich über den Haufen geworfen habe. (Ich habe sogar diese Webseite in einem braun-orange-Ton gestaltet, weil ich hoffte, das wirkt vertrauenerweckender *schmunzel* // Nachtrag: Falls du diese Seite in einem pinken Ton siehst, wundere dich bitte nicht. Die Änderungen kamen nach diesem Post.) Sehr ironisch in Anbetracht der Tatsache, dass ich anderen in meinen Coachings beibringe, zu sich selbst zu finden. 😉

Daher habe ich mir überlegt, meinen geplanten Artikel über das effektivere Führen eines Terminkalenders zu verschieben und heute darüber zu schreiben, wie du dich wieder finden kannst, falls es dir ähnlich geht.

Und nun zu dir:

Wie du dich wieder findest

Geht es dir ähnlich? Hast du auch das Gefühl dich selbst irgendwo verloren zu haben? Nicht mehr zu wissen,

  • wer du bist,
  • was du willst und
  • wohin du möchtest?

Renate von https://coreonnewenergy.wordpress.com/ hat es so gut damit beschrieben, dass sie das kleine Mädchen in sich verloren hat, das übermütig und voller Freude war. Wenn du darüber nachdenkst, welche Träume hattest du als junger Mensch?

Ein Beispiel aus meiner Vita: Ich habe immer davon geträumt, durch meine Tätigkeit als Dozentin in einer Maßnahme für Arbeitslose etwas zu verändern. Ich wollte den Menschen helfen … und stellte nach 18 Monaten fest, dass das keinen Sinn hat. Nicht wegen der Seminarteilnehmer oder meiner Kollegen, sondern weil der Rahmen dieser Veranstaltungen nicht darauf ausgelegt ist, etwas zu verändern. Nur kam diese Erkenntnis erst so spät, dass ich damals in ein völliges Loch fiel.

Wie ist das bei dir?

  • Hast auch du Träume begraben und damit auch ein Stück deiner Persönlichkeit, deiner selbst?
  • Funktionierst du im Alltag, weil man es von dir erwartet und es einfach deine Aufgabe ist?
  • Trägst du so viel Last auf deinen Schultern, dass sie dich fast zum Zusammenbrechen bringt?

Wenn du auf eine der Fragen mit Ja geantwortet hast, wären wir schon bei

 

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Schritt 1: Hast du dich verloren?

Zugegeben, das klingt wie aus einem Programm für Entzüge – aber es ist so. Bevor du überhaupt darüber nachdenken kannst, etwas zu verändern musst du fühlen, dass etwas nicht so läuft, wie es soll. Richtig fühlen – denn dann ist deine Motivation größer, etwas zu verändern. Sprich: Es muss das bekannte „Klick“ kommen, damit du die Kraft findest, auf die Suche nach den Ursachen deines Kummers zu gehen.

Andernfalls wird ziemlich wahrscheinlich folgendes Szenario eintreten: Du wirst kurzzeitig darüber nachdenken, wie es dir geht und was du verändern kannst. Dann passiert etwas, dass diese traurigen Gefühle oberflächlich kaschiert und du verfällst wieder in deine alten Muster.

Also frage dich jetzt:

Hast du dich verloren?
Bist du nicht die Person, welche du sein möchtest?
Bist du unglücklich?

Wenn du eine der Fragen sofort mit „Ja“ beantworten kannst, lies bitte weiter. Falls nicht – weil es dir gut geht, oder du nicht so weit bist, dies einzugestehen, dann lass dir Zeit. Wenn es dir nicht gut geht, wirst du eines Tages aufwachen und es erkennen – und dann wirst du laut „Ja“ sagen, weil du einfach an diesem Punkt angekommen bist.

PS: Es bringt allerdings nichts, dir das „Ja“ herauszuquetschen, weil du denkst, dass es besser für dich ist. 😉

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Schritt 2: Was hast du verloren?

Nachdem du erkannt hast, dass etwas nicht so ist, wie du es dir wünschst, ist es wichtig, dich zu fragen, was es ist. Im Coaching ist dies oft der schwerste Schritt, denn zu wissen, dass etwas nicht in Ordnung ist, fällt oft leichter als zu ergründen, woher das Gefühl kommt. Lass dir daher genug Zeit, darüber nachzudenken,

  • was du vermisst,
  • wer du sein möchtest,
  • nach was du dich sehnst,
  • welche Träume du als Kind und Teenie hattest,
  • was und wer dir gut tut,
  • wer oder was dafür sorgt, dass es dir schlecht geht,
  • was dir wichtig ist.

Puh ich weiß, so viele Fragen auf einmal. Du musst sie auch nicht ad hoc beantworten. Lass dir Zeit. Zieh dich an deinen Lieblingsort (meiner ist beispielsweise inzwischen der Balkon) zurück und gehe in dich. Ich weiß, das klingt seltsam, aber viele Menschen haben aufgehört auf sich zu hören – auf die sogenannte „Innere Stimme“. Die Glaubenssätze im Kopf und die Stimmen des Umfeldes sind oftmals viel lauter, als die eigenen Gedanken.  Daher ist es wichtig, dass du kurz innehältst und lauschst, was DU eigentlich möchtest.

Stell dir dabei auch vor, wie sich dein Leben weiter entwickeln soll. Wo willst du hin?

Bemühe auch gern die beliebte Personaler-Frage: Wo siehst du dich in fünf Jahren.

  • Wenn du nichts veränderst.
  • Wenn du etwas veränderst.
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Schritt 3: Warum hast du dich verloren?

Wenn du Antworten gefunden hast und bereit bist, diese Reise durch dein Ich weiterzuverfolgen, gilt es herauszufinden, wieso du von deinem Weg abgekommen bist. Sind es

  • Veränderungen in deinem Leben,
  • die Gründung einer Familie,
  • die Beziehung zum Partner, Kindern oder deinen Eltern,
  • deine Arbeit,
  • die große Verantwortung anderen gegenüber,
  • der Einfluss anderer,
  • seelische oder körperliche Krankheiten,
  • Unfälle,
  • Verluste …

Diese Liste könnte man endlos fortführen, was ich an dieser Stelle aber nicht möchte – sieh sie eher als Gedankenanstöße.

Wichtig hierbei ist, dass du dich nicht schlecht fühlst, wenn du auf Ursachenforschung gehst. Du bist nicht egoistisch, wenn du beispielsweise erkennst, dass dein Partner, Kinder, Freunde oder Kollegen deine Hilfsbereitschaft über alle Maßen strapazieren. Oder du in deinem (gut bezahlten) Beruf unglücklich bist. Oder dich etwas an deinem Aussehen sehr stört, was andere als Lappalie empfinden.

Schritt 4: Hol dir Stück für Stück wieder, was du verloren hast.

Vorbei die Zeit der Selbstfragen, nun ist es Zeit Wege zu finden, wie du wieder du und glücklich wirst. An dieser Stelle möchte ich noch einmal klar stellen, dass mir bewusst ist, dass man beispielsweise einen Job nicht einfach so kündigen kann, den Partner umkrempeln oder Ereignisse im Leben ungeschehen machen. Doch du kannst diese Veränderungen sofort in Angriff nehmen oder damit umgehen lernen.

Einige Beispiele:

  • Du bist Hausfrau, Mutter/ Vater und arbeitest eventuell nebenher und merkst, dass du dringend auch Zeit für dich bräuchtest -> Suche das Gespräch mit deinem (Ex-)Partner, deinen Eltern oder Freunden, wie du Freiraum für dich erlangen kannst.
  • Du brauchst ein Ventil um Klarheit zu gewinnen oder mal richtig Dampf abzulassen -> gehe spazieren, schreibe, male, töpfere, treibe Sport oder renoviere deine Wohnung.
  • Du bist unzufrieden mit dir -> Versuche dich so anzuerkennen wie du bist dero (je nach Ursache) stelle deine Ernährung um, treibe Sport, experimentiere mit deinem Kleidungsstil oder suche einen Arzt auf, der dir dabei helfen kann, die Ursache zu beheben. Auch wenn Schönheitsoperationen gesellschaftlich scheinbar verpönt sind: Wichtig ist, dass es dir gut geht!
  • Dir fehlst die Freude im Leben -> Blocke Zeiten am Tag oder in der Woche, in denen du nur etwas für dich machst. Verfolge beispielsweise ein Hobby, dass du aufgegeben hast und vermisst oder suche dir neue Herausforderungen. Bedenke dabei: Es müssen nicht immer die großen Sachen im Leben sein. Manchmal wirkt eine halbe Stunde mit einem Buch im Liegestuhl schon wunder, um mal wieder richtig Kraft zu tanken und dem Alltag zu entfliegen. Wichtig ist jedoch, dass du dich in den ersten Wochen regelmäßig daran erinnerst, dass du diese geblockte Zeit nutzt. Dazu kann es auch sinnvoll sein, einen Wecker zu stellen.
  • Du bist im Beruf überlastet oder die Arbeit bereitet dir keine Freude mehr -> Nicht immer ist eine Kündigung der richtige Schritt. Rede mit deinem Vorgesetzten und Kollegen, wie es weiter gehen soll – dazu solltest du aber genau wissen, was du möchtest. Bist du beispielsweise überlastet? Gib in Absprache mit deinen Kollegen Arbeit ab. Bereitet dir dein Aufgabenfeld keine Freude mehr, versuche neue Aufgabenfelder zu finden, die passender wären. Genauso wie du dich veränderst, wächst dein Beruf auch mit dir – und wenn du merkst, es geht gar nicht mehr, schaue ich nach etwas anderem um.
  • Du hast dein (Lebens-)Ziel aus den Augen verloren -> Menschen brauchen Ziele um zu wissen, wofür sie jeden Tag aufstehen und wo der Sinn des Lebens ist. Wenn du in Schritt 3 festgestellt hast, was dafür sorgt, dass du dich vergessen hast, nimm die Ursachen und transformiere sie zu einem Ziel.

Wie bereits erwähnt: Das sind nur Beispiele! Deine Ursachen und Lösungen können gänzlich hiervon abweichen, daher ist es wichtig, dass du Schritt 2 und 3 wirklich durchdacht gehst und nicht überhetzt.

Wenn du allerdings merkst, du kommst allein nicht mehr weiter oder deine inneren Wunden sind so tief, dass sie nicht allein heilen können, suche dir Hilfe bei einem Therapeuten. Sprich ruhig offen mit deinem Hausarzt – er wird dir sicher wen empfehlen können, der geeignet ist, diesen Weg mit dir gemeinsam zu gehen.

Solltest du jedoch einfach jemanden Suchen, der dich in deinem Tun unterstützt, mit dem du reden kannst und der deinen Weg gerne mit dir zusammen geht, kontaktiere mich einfach. 🙂

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